Aktualisiert
23.02.2009 18.30 Uhr
Stellungnahme von Carlyle Europe Real Estate Partners zum Linden Park
Frankfurt 23. Februar 2009 - Trotz intensiver Gespräche
konnte keine Einigung zwischen Carlyle Europe Real Estate Partners (CEREP) und
der Landesbank Berlin (LBB) über die Finanzierung des Projektes Linden-Park
erzielt werden. Bei den Gesprächen ging es darum, ob die LBB die zugesagte
Finanzierung für das Neuentwicklungsprojekt zurückzieht oder fortsetzt.
CEREP hat alle zumutbaren Schritte unternommen, um das Projekt in seiner
Gesamtheit durchzuführen und dabei auch die Interessen der Beteiligten und
Betroffenen zu schützen. CEREP hat für das Projekt bisher wesentlich mehr
Eigenkapital zur Verfügung gestellt als ursprünglich für diese Projektphase
geplant war. CEREP war außerdem bereit, im Falle einer Fortsetzung der
Bankfinanzierung weitere Mittel einzubringen um das Projekt wie geplant
abzuschließen.
Nachdem die LBB jetzt abschließend mitgeteilt hat. dass sie das Projekt nicht
weiter unterstützt und plant bestehende Darlehen fällig zustellen, sind die
entsprechenden Projektgesellschaften gezwungen, heute bei den zuständigen
Gerichten Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren zu stellen.
CEREP ist natürlich sehr enttäuscht, dass die Neuentwicklung nicht wie geplant
abgeschlossen werden kann. Wir bedauern es sehr, dass die LBB nicht gewillt
ist, das Projekt weiter zu finanzieren. CEREP hat große Anstrengungen
unternommen, um diese Situation zu vermeiden. Wir haben deutlich mehr
Eigenkapital für das Projekt bereitgestellt und hätten noch mehr eingebracht,
wenn sich die Bank nicht entschieden hätte, dass Projekt nicht weiter zu
finanzieren, sagte ein Sprecher von CEREP.
Die Zukunft des Projekts wird jetzt vom gerichtlich bestellten vorläufigen
Insolvenzverwalter bestimmt.
Presseerklärung
The Carlyle Group erwirbt den Linden-Park in Hannover
Hannover, 4. Oktober 2006 -
Das weltweit tätige Private-Equiy-Unternehmen The Carlyle Group hat das Linden-Park Einkaufszentrum in Hannover-Linden vorn der Unternehmensgruppe Engel (UGE), Tutzing, gekauft. Der Gebäudekomplex mit über 200.000 Quadratmetern Büros, Einzelhandelsflächen, Wohnungen und Parkplätzen liegt an der Blumenauer- und Spinnereistraße im Zentrum von Hannover nur knapp 1,2 km Luftlinie vom Hauptbahnhof entfernt. Der 1970 errichtete Komplex hieß ursprünglich Ihme-Zentrum und wurde kürzlich in Linden-Park umbenannt. Finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben.
UGE hatte vor über sechs Jahren mit der Modernisierung und der Revitalisierung des Komplexes begonnen. Die Carlyle Group hat sich verpflichtet, dieses ambitionierte Projekt komplett zu übernehmen und mit erheblichen Investitionen weiterzuverfolgen, so dass die Arbeiten wie erwartet bis Ende 2007 / Anfang 2008 abgeschlossen werden sollen. Zurzeit wird im Erdgeschoss ein Fachmarktzentrum mit 350 davor gelegenen Pkw-Abstellplätzen gebaut. Das alte Einkaufszentrum in der ersten Etage des Objektes, die weitgehend ungenutzte frühere Ihmepassage wird saniert und für den Einzelhandel vollkommen neu gestaltet. Die Entwicklung des Fachmarktzentrums im Erdgeschoss sowie die Sanierung der Passage im ersten Obergeschoss sollen weitgehend zeitgleich durchgeführt werden.
Sie zurzeit leer stehenden Büroflächen werden ebenfalls modernisiert und anschließend durch die Landeshauptstadt Hannover belegt. Um einen besseren Zugang zum zukünftigen Linden-Park zu ermöglichen, werden neben neuen Fußgänger- und Fahrradwegen auch die vorhandenen ca. 1800 Parkplatze und Straßenzufahrten erneuert.
Mit diesem herausragenden Projekt wird ein 70er-Jahre-Komplex, der reichlich in die Jahre gekommen ist, in ein modernes und vitales Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Wohnzentrum zurück verwandelt, kommentierte Dr. Wulf Meinel, Managing Director der Carlyle Group. Herr Engel von der UGE hat mit seiner Arbeit bei diesem Projekt den lang ersehnten Durchbruch erreicht und steht uns zusammen mit seinem langjährigen Mitarbeiter Matthias Hess als Berater und Ideengeber glücklicherweise weiterhin zur Seite, so Meinel weiter. Meinel will für Hannover-Linden einen attraktiven und lebendigen Gebäudekomplex schaffen. Wir bedanken uns auch bei Benedikt Höss von der WEFORA Management GmbH für seine wichtige Rolle bei der Strukturierung des Ankaufprozesses, fügt er hinzu.
Frank-Michael Engel, Geschäftsführer und Alleingesellschafter der UGE sieht vor allen seine Planungen für das Objekt langfristig abgesichert. Ich freue mich, einen so erfahrenen Investor wie Carlyle gefunden zu haben. Carlyle setzt die von mir vor sechs Jahren begonnene Revitalisierung des ehemaligen Ihme-Zentrums fort. Bis jetzt haben wir beachtliche Fortschritte gemacht und ich bin zuversichtlich, dass Hannover im angestrebten Zeitrahmen einen neuen und lebendigen Linden-Park erhalten wird. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Carlyle und damit auf die Revitalisierung dieses lange vorbereiteten Projektes. Der Übergang des Ihme-Zentrums auf Carlyle als führenden Finanzinvestor sei ein großer Vorteil für das Objekt, so Engel.
Die Carlyle Group realisiert diese Investition mit dem zweiten europäischen Immobilienfonds, Carlyle Real Estate Partners II, einem 760 Millionen Euro eigenkapitalstarken Fonds, der im September 2005 geschlossen wurde. Mit dem zweiten europäischen Fonds hat Carlyle bisher 18 Einzeltransaktionen durchgeführt. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Fonds liegt bei über 4 Milliarden Euro. In Europa sind in den vergangenen 18 Monaten über 450.000 qm gewerblicher Fläche angekauft worden.
Der Kauf des Linden-Parks ist das achte Immobilienengagement des Unternehmens in Deutschland. In Hamburg realisiert Carlyle vier große Immobilienprojekte, davon drei im Stadtzentrum Hamburgs (Gänsemarkt, Hohe Bleichen und BrahmsQuartier) mit insgesamt 55.000 qm Fläche, Kürzlich gab Carlyle bekannt, in Hamburg Allermöhe ein über 150.000 qm großes Distributionszentrum mit H&M als Mieter zu errichten. Weitere Investitionen in Deutschland beinhalten ein 20.000 qm großes Bürogebäude in Düsseldorf am Seestern und einen Büro- und Lagerkomplex von 55.000 qm in Glinde bei Hamburg.
Die Carlyle Group wurde beim Erwerb des Linden-Parks von Clifford Chance, Frankfurt beraten. Finanziert wird das Projekt über die Landesbank Berlin.
Wie geht es mit der Revitalisierung weiter?
Im Januar 2006 wurde der
seit 1996 bestehende Bauausschuss wieder belebt und hat seitdem 8-mal getagt.
Mitglieder sind Vertreter der verschiedenen Eigentümergruppen des IZH sowie
Vertreter der Landeshauptstadt Hannover.
Die Eigentümergemeinschaft hat inzwischen mit großer Mehrheit die für Abriss
und Neubau notwendigen Beschlüsse gefasst.
Inzwischen hat der Abriss in der Erdgeschossebene begonnen. Dort werden zum
Jahresende nur noch die tragenden Stützen (die im 6 x 8 m Raster das
Ihmezentrum tragen) stehen geblieben sein
Beachten Sie zu diesem Thema auch die Hinweise zu Presseveröffentlichungen Presse
und die Presseerklärung des Oberbürgermeisters vom 3.11.2005 Politik
Nachfolgend zum besseren Verständnis der komplizierten Situation in chronologischer Reihenfolge:
1. die Presse-Erklärungen des Investors in 2003 und 2002
2. der Beitrag der Wohnungseigentümer zur Anhörung im Bauauschuss der Stadt Hannover über das Ihmezentrum in 2003
3. die Vorschläge zur Verkehrsführung am revitalisierten „IhmeCenter“ in 2001
4. die Ideensammlung in 2001
Presseerklärung zur
Revitalisierung des Ihme-Zentrums Hannover März 2003
„Eine zarte Pflanze wächst"
Nach 2 Jahren intensiver Bemühungen in Hinsicht auf Planung und Vermarktung des Ihme-Zentrums muss festgestellt werden, dass die Faktoren - der Euro-Einführung, der derzeitigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die schlechte Situation das Einzelhandels in Deutschland insgesamt - es nicht gestattet haben, sogenannte Ankermieter für das Objekt zu gewinnen. Die Branche spricht von einer Expansions-Verweigerung für neue Standorte als auch von einem nicht zu übersehenden „Käuferstreik“ in der Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund sind alle Anstrengungen - insbesondere die über 500 Akquisitionskontakte mit dem Einzelhandel - in den vergangenen 24 Monate für das Ihme-Zentrum zu betrachten,
Aus diesem Sachverhalt folgt zwangsläufig die Notwendigkeit konzeptionell umdenken zu müssen und zwar insbesondere in Bezug auf die Höhe des ursprünglich angedachten lnvestitionsvolumens als auch auf die gegebene Vielzahl von Nutzungsvarianten im lhme-Zentrum. Gedacht wird nun an eine Entwicklung des Objektes in mehreren Stufen, und zwar kleinteiliger als bisher, von Nord und Süd aufeinender zugehend.
Es gibt Mietinteressenten für den Nord- und Südbereich des Ihme-Zentrums, mit denen konkrete Vertragsverhandlungen aufgenommen worden sind. Das bisherige Nutzungskonzept wird dabei von einem reinen Einzelhandelsstandort hin zu einer Mischnutzung, bestehend aus Einzelhandel, behördlichen Einrichtungen, Kunst, Sport- und Freizeitangeboten modifiziert werden. In diesem Zusammenhang ist vorgesehen, planerisch stärker auf die Belange das Stadtteils Linden Rücksicht zu nehmen, als dies in der Vergangenheit der Fall war.
Die Stadt Hannover hat sich in Ihrer Verantwortung für das Ihme-Zentrum bereit erklärt, das Projekt weiterhin unterstützend zu begleiten und hat In der Zwischenzeit für die Herrichtung von Wegeflächen an der Ihme und an der Blumenauer Straße sowie für eine fußläufige Verbindung zwischen Gartenallee und Calenberger Neustadt mehrere Millionen Euro in den Haushalt eingestellt, was als erster Verhandlungserfolg zu werten ist, wenngleich die Gespräche mit der Stadt zu diesem Thema noch nicht abgeschlossen sind.
Darüber hinaus haben die Stadtwerke Hannover AG In der Zwischenzeit die überarbeiteten Pläne zur Umsetzung der Revitalisierung außerordentlich begrüßt, Vorstandsmitglied Jochen Westerholz wies darauf hin. dass man immer - zuletzt in der Bauausschuss-Sitzung der vergangenen Woche - die Auffassung vertreten habe, dass die Arbeiten losgehen müssten, um den Komplex Ihme-Zentrum nach vom zu bangen. Die Stadtwerke würden hier im Rahmen ihrer Möglichkeiten mithelfen, um langfristig den Standort ihrer Hauptverwaltung in einem attraktiven, kundenoffenen lhme-Zentrum zu gewährleisten, gleichzeitig ließen die Stadtwerke keinen Zweifel an ihrer Vertragstreue, was den abgeschlossenen Mietvertrag mit der Unternehmensgruppe Dipl. Kfm, Engel anbetrifft. „Wichtig ist - so Vorstandsmitglied Jochen Westerholz - dass die Umsetzung des Konzeptes nun so schnell wie möglich erfolgt."
Alles wird jetzt davon abhangen, inwieweit alte und neue Entscheidungsträger, die mit dem lhme-Zentrum befasst waren und sind, sich In eine Konsensbildung einbringen werden, auf derer Grundlage die nächsten Schritte vollzogen werden können.
gez.
Dipl. Kfm. F.-M. Engel
Hannover, den 25.03.2003
Beitrag der Wohnungseigentümer zur
Anhörung im Bauausschuss der Stadt Hannover vom 19.03.2003
über das Ihmezentrum
Verfasst von Monika Großmann
Infos zum Ihmezentrum ( IZ):
Rechtliche Konstruktion des Ihmezentrum: Eigentümergemeinschaft.
Es gilt für alle Teileigentümer: das WEG und die Teilungserklärung des IZ mit Gemeinschaftsordnung (GO.)
Diese Teilungserklärung enthält verschiedene Öffnungsklauseln für die Beschlüsse der verschiedenen Egt. Versammlungen, die einfache, 2/3 bzw. 75 % Mehrheiten erlauben.
Die Rechtsform WEG ist für Gewerbetreibende (das IZ besteht aus 25 % Wohnen und 75 % Gewerbe) sehr ungewöhnlich und eher selten.
Aufteilung der Miteigentumsanteile des IZ
Es gibt 998 Raumeinheiten (806 Wohnungen / 196 Läden + Büros) mit verschiedenen Eigentümern:
1 Raumeinheit bedeutet z. B. das Parkdeck, das Stadtwerke-Hochhaus, ein Supermarkt oder ein kleiner Bäckerladen, aber auch jede einzelne Wohnung.
Durch die vielen unterschiedlichen Eigentümer gab es bis zum Jahr 2000 eine breite Risikostreuung.
Nach dem Verkauf der Anteile der Nord-LB, West LB und der Stadtwerke an den Unternehmer Engel gibt es diese Risikostreuung nicht mehr. Einem privaten Investor gehören inzwischen 104 von 196 gewerblichen Raumeinheiten, d.h. 54 % des gesamten IZ. Nur auf die Gewerbeanteile berechnet sind es 70 %.
Gemeinschaftshaftung
Für Ausfälle bei den Bewirtschaftungskosten haften sofort alle Miteigentümer gemeinsam. Möglichkeiten gegen säumige Zahler vorzugehen sind: gerichtliches Mahnverfahren, danach die Zwangsverwaltung vorhandener Immobilien, sofern Mieteinnahmen vorhanden sind.
Bauliche Maßnahmen, Sanierungen, Revitalisierung:
Hier haftet jede kleine EG separat, solange deren Einzeleigentümer zahlungsfähig sind, erst danach haften alle ME des IZ gemeinsam.
Es gibt 9 kleine EGs Wohnen (unterschiedlich aufgeteilt, die kleinste besteht aus einem Haus mit 37 Wohnungen, die größten aus 4 Häusern mit 178 Wohnungen bzw. 1 Haus mit 177 Wohnungen),
außerdem 1 kl. EG Gewerbe (zusammengefasst alle Läden und Büros)
dazu das Studentenwohnheim der HEA
Gemeinschaftseigentum aller ME:
Das sind alle Dächer und Gemeinschaftseinrichtungen, deren Unterhalts- und Reparaturkosten alle ME tragen müssen.
Weiterhin alle Wege, die Einkaufsstrasse (Mall), der Ihmeuferweg usw., kurz alles, was durch die Allgemeinheit nutzbar ist. Die Kosten für Reinigung, Unterhalt, bauliche Maßnahmen, Sanierungen, Revitalisierung für diese Wege tragen ausschließlich die Gewerbeeigentümer des IZ gem. GO.
Grundlage für diese Regelung ist der in der Teilungserklärung vereinbarte Stadtmittevertrag von 1969. Diese Widmung wurde von der Stadt nach Insolvenz der Citybau jedoch nicht angenommen. Allerdings erfolgte trotzdem die Kostentragung für Beleuchtung, Rolltreppen u.ä. bis Anfang der 80er Jahre durch die Stadt. Die Gewerbeeigentümer entschieden sich 1983 dafür, diese Kosten selber zu tragen und die Widmung nicht einzuklagen
1999 war Ablauf der Fristen für diese Widmung, seitdem erfolgt halbjährlich bis zur endgültigen Klärung eine halbjährliche Fristverlängerung, zur Zeit bis 30.06.2003.
Weitere Probleme:
173 Wohnungen eines Immobilienfonds (verteilt in verschiedenen Häusern) stehen seit ca. 4 Jahren unter Zwangsverwaltung.
Vorgeschichte: Insolvenz der Citybau, Übergabe von etwa 200 unverkauften Wohnungen als Ausgleich für offene Rechnungen an einen Handwerkerfonds, gleichzeitig Belegungsrechte durch die Stadt, später erfolgte eine Weitergabe an einen privaten Fonds)
Hohe Konzentration dieser Wohnungen im Haus Ihmeplatz 1 (90 von 178), das ursprünglich als Finanzamt geplant war.
Ein Leerstand von Wohnungen im gesamten IZ entsteht durch die Zwangsverwaltung der Fondswohnungen, da aus Geldmangel die nach 30 Jahren notwendigen Sanierungen nicht erfolgen können.
Zu der Idee Abriss oder Teilabriss des IZ:
Es würde sich um die Enteignung von Privateigentum handeln, außerdem enthält die Teilungserklärung eine Wiederaufbauklausel.
In den vergangenen Jahren haben die Wohnungseigentümer zweistellige Millionenbeträge für Beton- und Fahrstuhlsanierungen sowie für die Erneuerung der Versorgungsleitungen der Wohnhäuser ausgegeben.
Im vergangenen Sommer haben Eigentümer zusammen mit Fachleuten (Architekten, Statikern, Bauingenieuren) eine Begehung des IZ durchgeführt.
Ergebnis: die Statik ist i. O. - Bauweise: Schottenbeton auf Säulenrastern 8 x 8 m vom Parkdeck P 2 bis zu 1. OG, darauf ab 1. OG die Hochkörper mit den stabilisierenden Fahrstuhlschächten bis in die untere Konstruktion.
Revitalisierung
1996 wurde der Revitalisierungsbeschluss mit fast 100 % Zustimmung gefasst. Verzögerungen ergaben sich bisher:
Zuerst durch mehrjährigen Streit zwischen Landesbanken, Stadtwerken, Büroeinheiten über Kostentragung, Architektenwahl usw. Seit 2000 durch den Investor aus den unterschiedlichsten Gründen.
Bisher ungeklärt ist auch die Frage über die Kosten der Revitalisierung. Fachleute schätzen diese auf etwa 30 bis 35 Mio. €, der Investor setzt 70 Mio. € an.
Hinweise zu Presseveröffentlichungen finden Sie unter "Presse"
Presseerklärung Brune Consulting, Düsseldorf vom 24.09.2002
Die Consulting-Tätigkeiten November 2001 - September 2002
In der ersten Phase der Zusammenarbeit (November 2001 - Februar 2002) wurden insbesondere grundlegende Aspekte der Revitalisierung bearbeitet. Dazu gehörte vor allem eine Aufarbeitung der vorhandenen Standortgutachten und eine eigene Einschätzung der Marktgegebenheiten vor Ort. Gespräche mit den Bestandsmietern und Miteigentümer vervollständigten das Bild,
Im Zuge der parallel dazu verlaufenden ersten Akquisitionsgespräche mit potentiellen Mietern wurden Anforderungsprofile von Mietern mit größerem Flächenbedarf in die Konzeption mit eingebracht, so dass aus der Idee und einer ersten architektonischen Umsetzung ein verrnietbares Projekt entstand.
Ein wesentlicher Aspekt in dieser Phase der Mieterakquisition ist, das Potential am Standort zu verdeutlichen und die Chance herauszustellen, die ein solch großes Objekt mit über 50.000 Quadratmetern Einzelhandelsfläche in Hannover bietet
Um das Ihme-Zentrum zu einem modernen und zeitgemäßen Shopping-Center revitalisieren zu können, waren in der folgenden Zeit (März 2002 - Juni 2002) zahlreiche konzeptionelle und architektonische Veränderungen in der Struktur notwendig. Daneben spielt die Aufenthaltsqualität im Objekt eine übergeordnete Rolle für den späteren wirtschaftlichen Erfolg. Somit wurden entsprechend großzügige, lichtdurchflutete Foren, überdachte Mallbereiche und Plätze geschaffen, die eine Einzelhandelsnutzung nicht nur ermöglichen sondern auch unterstützen.
Zeitgleich zu den konzeptionellen Arbeiten werden seitdem auch bereits über 300 Akquisftionskontakte gepflegt, die größtenteils ihr Interesse (über 80 %) am Standort des neuen lhme Centers in Hannover bekundet hatten. Nachdem die Vermad(tungsbroschüre im Juni 2002 Fertiggestellt worden war, werden seitdem gezielte Gespräche mit national und international tätigen Groß-/Magnetmietern geführt, um eine entsprechende Resonanz zu erhalten.
Mit ca. 15 - 30 potentiellen Mietinteressenten für Großflächen im Ihme Center wurden seit Juni weiterführende Gespräche in Hannover und bei den Geschäftsleitungen geführt, die aber, soweit weiterhin Interesse bestand, noch nicht soweit gediehen sind, dass sie namentlich genannt werden könnten. Selbstverständlich ist auch mit den Filialisten und Bestandsmietern, u.a. SATURN, HESS, DEICHMANN; ROSSMANN und ALDI, bereits über eine entsprechende Vertragsvereinbarung für das revitalisierte Objekt gesprochen worden. Insgesamt haben wir mit fast 500 Expansionisten der Einzelhändler über das lhme Center gesprochen. Mit fast 400 Kontakten werden wir unmittelbar nach der Festlegung der Großmietbereiche in Vertragsgespräche gehen können.
Aber - ohne eine entsprechende Anzahl von Großmietern mit entsprechend guten Namen kann das Interesse der Mieter mit geringem Flächenbedarf nicht nachhaltig, dass heißt nicht erfolgsversprechend bearbeitet werden.
In den nächsten Tagen und Wochen stehen weitere Gespräche mit den Bestandsmietern, Kaufhaus-, Textil- und Lebensmittelkonzernen an, die alle zusammen der Schlüssel für die Revitalisierung sind. Diese Gespräche führen zu weitergehenden Flächen- und Ausbauverhandlungen in den entsprechenden Fachabteilungen und mit dem Architekten. Erst danach können abschließende Vertragsverhandlungen geführt werden.
Das neue Ihme Center benötigt eine Zugkraft, die einmal nur durch großflächige Mieter Magnetmieter erreicht werden kann, die dann um entsprechende Sortimente und Konzepte von Mietern mit geringerem Flächenbedarf ergänzt werden.
Im Sinne einer erfolgreichen Arbeit in der Entwicklung eines solch umfangreichen Projektes ist es durchaus üblich und auch notwendig, die Planung, die Konzeption und auch die anlaufende Vermietung als langfristigere Aufgabe zu sehen. Planung, Konzeption und Vermietung sind vielfach im mehrmonatigen Vorlauf vor den ersten Baumaßnahmen zu sehen* Wenn der Bau beginnt sind die wichtigsten Pflöcke für die Revitalisierung bereits eingeschlagen.
Viele wesentliche Aspekte, sei es der Flächenbedarf, die mieterspezifischen Raum- und Technikanforderungen, die mit dem Bestandsobjekt abgeglichen werden müssen, die zukünftigen nachbarschaftlichen Regelungen, auch der Mieter untereinander, hier insbesondere aber auch derEigentümer und der Bereiche Wohnungen, Bürogebäude und Handel untereinander, müssen im Rahmen der Konzeption und der Vermietung berücksichtigt werden, um zu einem Gesamtpaket für die Realisierbarkeit, im Hinblick auf alle Mieter und Eigentümer, zu gelangen.
Zahlreiche Mietverhältnisse in ähnlichen Objekten oder vergleichbaren Einkaufszentren bedingen sich gegenseitig, so dass in einigen Fällen der sogenannte "Runde Tisch" nötig wird, um alle Großmieter in einem Termin zu einer positiven Aussage zu bewegen.
Abschließend sei erwähnt, dass nichts der gemeinsamen Arbeit von Investor, Architekt und Berater/Vermieter mehr schadet, als das Namen, Flächen und falsche Konzepte verbreitet werden, bevor diese nicht endgültig mit allen Beteiligten, aber insbesondere mit den Vertragspartnern abgestimmt sind.
Düsseldorf, 24. September 2002
BRUNE CONSULTING GMBH
Ihme Zentrum Hannover
Stellungnahme zu den Artikeln "im Ihme Zentrum geht das Licht aus" und
"Verraten und verkauft" vom 19. und 20.09.2002 in der Hannoversche Allgemeine Zeitung
2. Erstmals gibt es für das lhme Zentrum eine Neuplanung die in sich schlüssig ist, und den heutigen Anforderungen an ein modernes Einkaufszentrum gerecht wird. Inwieweit es sich bei der seit Juni diesen Jahres vorliegenden Planung um "hochfliegende Pläne" handelt kann nicht nachvollzogen werden. Die Umsetzung der Planung erfolgt, darauf ist stets hingewiesen worden, sobald die wesentlichen (der seit Juni diesen Jahres in der Vermarktung befindlichen) Flächen vermietet sind.
3. An dem Vorhaben hat sich weder nach Übernahme im 111. Quartal 2000, noch nach der letzten großen Eigentümerversammlung vom 06.06.2002 etwas geändert. Die Ziele solch großer Investitionsvorhaben werden auch nicht monatlich neu ausgerichtet.
4. Noch nie war das lhme Zentrum soweit wie heute. Es liegt seit Juni diesen Jahres eine Vermietungsbroschüre sowie eine komplette Planung vor, die beide bis ins Detail durchdacht und ausgearbeitet sind. Erstmals gibt es damit einen Status, der sich mit der Zukunft und den Perspektiven des Ihme Zentrums befasst und damit die Grundlage für jegliche Vermietung darstellt.
5. Das Architekturbüro arbeitet, zumindest was das Gemeinschaftseigentum anbetrifft. für die Eigentümergemeinschaft "Gewerbe
6. Es gab insgesamt zwei Broschüren (eine am 27.03.2001 und eine am 06.06.2002) die den Miteigentümern zur Verfügung gestellt worden sind, um jeden ausführlich über den Stand der Bearbeitung zu unterrichten.
7. Zu keinem Zeitpunkt wurde geäußert, dass unmittelbar nach Übernahme mit dem Bau begonnen wird. Vielmehr wurde stets darauf hingewiesen, dass vor Vermarktung eine schlüssige und endgültige Planung vorliegen muß. Dies ist seit Juni diesen Jahres der Fall.
8. Es obliegt sicherlich nicht dem lnvestor des Ihme Zentrums ohne Substanz verbreitete Nachrichten zu kommentieren. Nach wie vor gilt die Aussage von Saturn "kommt die Revitalisierung des lhme Zentrums bleibt Saturn, kommt sie nicht, wird der Standort aufgegeben".
9. Wer sich mit Einzelhandels-/Gewerbeimmobilien befasst der weiß, dass vor Baubeginn die Planung, Vermietung und sämtliche behördliche Genehmigungen liegen. Dieser Prozeß kann bei einem Großprojekt wie dem lhme Zentrum mehrere Jahre ausmachen.
10. In den vergangenen Monaten wurden die Nebenkosten im Ihme Zentrum laufend Optimierungsprozessen unterzogen. Instandhaltungen beschränken sich vor dem Hintergrund der beabsichtigten Revitalisierung selbstverständlich auf das Erforderliche. Die vorhandene lnstandhaltungsrücklage reicht aus, sämtliche eventuell erforderlichen Instandhaltungen durchzuführen.
11. Mit Schreiben vom 20.04.02 stellte die Eigentümerin Frau Großmann einen Beschlussantrag im Zusammenhang mit der Zuführung zur lnstandhaltungsrücklage und der Betonsanierung. Die Eigentümergemeinschaft Gewerbe beschloss daraufhin in einer am 06.06.2002 abgehaltenen Eigentümerversammlung die Beauftragung eines Ingenieurbüros mit der Prüfung der Schädigungen insbesondere im Hinblick auf die Standsicherheit. Die Prüfung erfolgte am 18.06.2002. Die Abarbeitung der im Ergebnis der Prüfung aufgezeigten Mängel, die weit geringer als erwartet ausfielen, wurde bereits beauftragt.
12. Auf Initiative der Wohnungseigentümer, federführend durch die BLIZ, wird bereits seit Monaten an der Einbindung einer sogenannten "technischen Verwaltung" gearbeitet. In diesem Zusammenhang wurde auf der Großen Eigentümerversammlung auch die Umstrukturierung des derzeit bei der WEG beschäftigten Personals (Regiebetrieb) in ein externes Unternehmen beschlossen. Aufgrund der Bitte der BLIZ diesem Wunsch zu entsprechen, wurde bereits Zustimmung zur Umstrukturierung erteilt. Ein in diesem Zusammenhang von der BLIZ ausgehandelter Vertrag für die Technische Verwaltung, liegt seit dem 17.09.2002 vor. Eine schriftliche Zustimmung wird erfolgen, sobald die Prüfung erfolgt ist und keine Änderungswünsche bestehen.
13. Wohl keiner wird ernsthaft glauben, dass die "Galeria Toskana' ein Startsignal darstellt. Vielmehr wurde stets betont, dass man die Galerie sowie alle anderen lnterimsvermietungen als eine Möglichkeit sieht der Verödung des lhme Zentrums entgegenzuwirken und somit die kommenden Monate des Zuwartens freundlicher zu gestalten.
Allgemein:
Seit Eigentumsübergang durch die von der West- und Nord LB erworbenen Anteile sind heute rd. 27 Monate vergangen. In dieser Zeit wurde regelmäßig über die einzelnen Entwicklungsphasen unterrichtet. Am 27. März 2001 wurde in einer großen Eigentümerversammlung ausführlich über den Planungsstand berichtet. Fragen von Miteigentümern, insbesondere der BLIZ, wurden ausführlich behandelt und fanden sogar Eingang in die zur Eigentümerversammlung übergebene Broschüre, die im übrigen jeder Eigentümer erhalten hat.
Nach der Eigentümerversammlung vom 27.03.2001 wurde durch einen Miteigentümer Einspruch zu den getroffenen Beschlüssen beim Amtsgericht Hannover eingelegt. Dieser Einspruch, darauf hatte Herr Dipl. Kfm. F.-M. Engel hingewiesen, führte zu einer rd. 6 monatigen Verzögerung, da in dieser Zeit aufgrund des unklaren rechtlichen Ausgangs durch Herrn Engel keinerlei Aufträge zur weiteren Bearbeitung erteilt worden sind.
Nachdem dieser Prozess im Laufe des Oktobers 2001 abgeschlossen werden konnte, beauftragte Herr Engel zum 15.11.2001 die Firma Brune Consult GmbH aus Düsseldorf mit der Vermarktung des Ihme Center. Die erste Aufgabe der Firma Brune Consult bestand darin, die vorliegende Grobplanung' gemeinsam mit dem Architekten und in Rücksprache mit den Behörden so zu überarbeiten, dass ein den heutigen Erfordernissen entsprechendes Einkaufszentrum unter Berücksichtigung der Mieterspezifischen Anforderungen und Nutzungen entstand. Ein wesentliches Ergebnis hieraus ist das sogenannte "Forum Süd", das über eine ebenerdig von der Blumenauer Straße zu erreichende Mall zu erreichen sein soll und an die heutige Erdgeschosszone, die eine Etage über Straßenniveau liegt, anbindet.
Parallel zu dieser Entwicklung beauftragte Herr Engel eine namenhafte Werbeagentur zur Entwicklung eines Logos, eines Marketingkonzeptes und einer Vermietungsbroschüre, die anlässlich der Eigentümerversammlung am 06.06.2002 vorgestellt werden konnte. Diese Broschüre, die den endgültigen Planungsstand darstellt, ist die Grundlage für die seither zu führenden Vermietungsgespräche.
Es
wurde von Anbeginn darauf hingewiesen, daß mit der Vermarktung der Mietflächen
erst begonnen wird, wenn die Planungsphase endgültig abgeschlossen ist, was
im Mai diesen Jahres der Fall gewesen ist.
Mithin hat die Vermietungsphase des Ihme Center erst seit Juni diesen
Jahres, mithin seit knapp 4 Monaten, eingesetzt.
Tutzing, den 27. September 2002
gez.
Matthias Heß
2001
Folgende Erörterungen sind in dem „Handlungskonzept zur Umgestaltung des Schwarzen Bären“ enthalten. Diese Unterlage wurde von der Arbeitsgruppe Schwarzer Bär im Jahr 2001 erarbeitet und der Stadt vorgelegt.
Die Empfehlung der AG Schwarzer Bär, auf einen Linksabbieger für PKW von der Deisterstraße zur Blumenauer Straße zu verzichten, ist bei den errechneten Ampelwartezeiten, die durch diese Abbiegespur entstehen würden, verständlich. Als Alternative sollte von der Stadt eine klare Ausschilderung zur Abbiegung Gustav-Bradtke-Allee / Humboldtstraße und dort eine für das Ihmezentrum bedarfsgerechte Ampelschaltung verlangt werden.
Für einen Verzicht auf den Linksabbieger spricht auch die nach einer Revitalisierung zu erwartende zusätzliche Belastung des Schwarzen Bären durch LKW-Anlieferung im Ihmezentrum, da diese bei Nutzung der vorhandenen Laderampe für einen Supermarkt im Südbereich bei Ein- und Ausfahrt den Schwarzen Bären befahren werden. Diese Tatsache war bei den Treffen der AG Schwarzer Bär nicht bekannt und wurde daher auch nicht berücksichtigt.
Allgemein entsteht der Eindruck, dass die Menge der PKW aus Richtung Deisterstrasse zum Ihmezentrum von den Planern der Revitalisierung sehr hoch eingeschätzt und Kunden, die ÖPNV (Öffentlicher Personen-Nah-Verkehr) oder das Fahrrad nutzen, weitgehend unterschätzt und ausgeklammert werden.
Um das Ihmezentrum für diesen Personenkreis bequem erreichbar zu machen, sollte deshalb angeregt werden, dass die Bus-Ringlinien 131/132 bei der vorgeschlagenen Verlegung der Linienführung (Küchengarten / Blumenauer Straße / Schwarzer Bär) Haltestellen im Nord- und Südbereich Ihmezentrum bekommen, da gerade diese Buslinien ein weites Umfeld des Ihmezentrums anfahren.
Auch die geplante Verlegung sämtlicher Haltepunkte ÖPNV, nämlich Stadtbahnlinie 9 +17, Stadtbus 120, Regionalbuslinien(!) 300+500 an die Ecke Deisterstraße / Falkenstraße wird sich mit Sicherheit positiv für das Ihmezentrum auswirken. Daher muss die ÜSTRA an die vor einigen Jahren getroffene und nicht eingehaltene Zusage erinnert werden, dass auch nach einer Veränderung der Linienführung der Stadtbahnlinien 3 und 7 über die Legionsbrücke jede dritte Stadtbahn weiterhin über den Schwarzen Bären fahren wird. Außerdem sollte die Linie 17 bis nach Wettbergen durchfahren und deren Zeittakte während der Geschäftszeiten erhöht werden.
Im Zusammenhang mit der Verkehrsführung rund um das Ihmezentrum fragt sich die BLIZ, wer eigentlich die zusätzlich vom Investor Herrn Engel geplante Einfahrt Nord zum Ihmezentrum benutzen soll.
Bei einer verkehrsgerechten Ausschilderung an der Fössestraße können Besucher aus Richtung Westschnellweg die Einfahrt Blumenauer Straße überhaupt nicht verfehlen. Drei weitere Hinweisschilder zum Ihmezentrum (Abbiegung Glocksee, Goetheplatz, Abbiegung Humboldtstraße) lösen das wohl eher selten auftretende Problem „Einfahrt verpasst, was nun“.
Autofahrer aus Richtung Innenstadt könnten eine Einfahrt Nord wegen der hochgelegten Stadtbahngleise nicht benutzen und werden auch schon jetzt problemlos über die Ampelanlage Küchengarten direkt zur Einfahrt Blumenauer Straße geleitet.
Dieser Personenkreis könnte allerdings durch einen ansprechenden Eingang für Fußgänger und Radfahrer an der Spinnereistraße überhaupt erst dazu angeregt werden am Küchengarten zum Ihmezentrum abzubiegen.
Eine Garageneinfahrt auf Straßenebene im Bereich Spinnereistraße würde neben einer Verschlechterung der Stausituation in den Hauptverkehrzeiten auch eine Behinderung und Gefährdung für Fußgänger und Radfahrer, welche die Spinnereistraße passieren, bedeuten. Ein großzügiger Eingangsbereich könnte Besucher auch von der Nord-Ost-Seite direkt ins Ihmezentrum führen und den an dieser Seite besonders abweisenden Burgcharakter aufbrechen.
Bei allen Planungen für das „IhmeCenter“ fällt auf, dass bisher an keiner Stelle funktionelle, übersichtliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder eingeplant wurden.
Insgesamt drängt sich der Eindruck auf, dass von den Planern die PKW-Kundenströme sehr optimistisch beurteilt werden und dabei vergessen wird, dass das „IhmeCenter“ mitten in der Stadt liegt.
ÖPNV-Nutzer, mit insgesamt 5 bzw. 6 Linien (!) am Schwarzen Bären, sowie Stadtbahnlinie 10 und weiteren 3 Buslinien am Küchengarten, Radfahrer und Fußgänger aus einem sehr großen Einzugsbereich werden in dem Moment, wenn es im „IhmeCenter“ wieder Einkaufsmöglichkeiten gibt, wie in der Vergangenheit einen sehr hohen Anteil des Kundenkreises stellen
05.08.2001
Das Ihmezentrum befindet sich derzeit in einer Ausnahmesituation, eine weitreichende Umgestaltung (Revitalisierung) steht an. Architekten und Marketing-Fachleute planen zusammen mit der Unternehmensgruppe Engel „Das Neue Ihmezentrum“. Die Bürgerinitiative hat viele Anfragen, Ideen, Vorschläge, aber auch Befürchtungen zum geplanten Umbau erhalten. Es wurde jetzt beschlossen, dies alles zusammenzufassen und den Planern zur Verfügung zu stellen.
Diese Zusammenstellung ist eine reine Ideensammlung.
Die BLIZ fragt oder prüft nicht, ob die Ideen so zu verwirklichen oder ob sie überhaupt bezahlbar sind und ob Befürchtungen tatsächlich zutreffen. Es handelt sich um Denkansätze von Bewohnern und Freunden des Ihmezentrums für die Planer. Diese Planer kommen von außerhalb, wir kennen unser Ihmezentrum seit Jahren mit allen guten und schlechten Eigenschaften. Es wäre wünschenswert, wenn diese Sammlung zum Nachdenken anregt und vielleicht auch etwas bewegen kann.
Es sollte überdacht werden, ob insgesamt 3 Ankermärkte eingerichtet werden. Eine andere Möglichkeit wäre je 1 Ankermarkt im Norden und im Süden, dazu im Bereich des bisherigen Möbelhauses ein großzügig ausgelegter Fitnessbereich für die ganze Familie, vergleichbar mit dem „Kaisercenter“. Dazu könnte das Schwimmbad reaktiviert werden.
Als Promotion eine kleine Radiostation der lokalen Privatsender (z. B. Antenne Niedersachsen, FFN, Radio Flora) in einem Glaspavillon.
Vorteil für den Sender – Sichtbarmachung der Moderatoren bei ihrer Arbeit, große Reichweite des Senders beim Platzieren der Sendeanlage auf dem Haus der Stadtwerke, Liveübertragungen von Veranstaltungen auf dem Ihmeplatz, Gespräche mit Passanten.
Nicht zu unterschätzen ist die positive Auswirkung für Saturn-Hansa und für deren Werbeaktivitäten – Popgruppen, Verkauf von Tonträgern im Außenbereich usw.
Vorteil für das Center - durch wiederholte Erwähnung des Sendeplatzes Ihmearkaden entstehen beim Hörer positive Erinnerungswerte an den Sendeplatz. Das dadurch geweckte Interesse kommt dem Center automatisch zugute. Direkte und schnelle Werbemöglichkeiten bis weit ins Umland.
Geplante Einfahrt Spinnereistraße
Für Besucher aus dem Bereich City oder Haltestelle Glocksee wäre eine großzügige, ebenerdige, mit überdachten Fahrradabstellflächen ausgestattete Eingangshalle sinnvoll. Dieser Eingang würde den gesamten Durchgangs- u. Berufsverkehr aus Richtung Innenstadt und in Richtung Westschnellweg (Auto, Fahrräder, Fußgänger, sämtliche Buslinien, Stadtbahnlinie 10) auf das neue Ihmezentrum aufmerksam machen. Diesem Personenkreis würde der neue Eingang am Küchengarten, bedingt durch die Verkehrsführung (Brücke, Ampelanlage, Stadtbahn biegt ab) nicht direkt auffallen.
Außenseite Blumenauer Str.
Hier fehlen einige kleine Läden zur Auflockerung der Fassade, da auch die Westseite zum Bummeln anregen sollte. Von der Stadt muß unbedingt ein ordentlicher Gehweg eingerichtet werden.
Hier könnte eine sogenannte „Kunstmeile“ verwirklich werden. Ausstellungen junger Künstler, dazu Künstlercafe, Weinstube usw. Gerade Wochenendbesucher würden mit Sicherheit auch das Einkaufszentrum für einen Schaufensterbummel nutzen und als Käufer wiederkommen.
Allgemeine Nutzung
Man kann mit der Stadt vereinbaren, das Bürgerbüro und die Stadtteilbücherei ins Ihmezentrum zu verlegen.
Fassade EG 16 - Ihmeplatz 1
Für das Image des gesamten Ihmezentrums ist dieses Haus eines der größten Probleme, es steht da und es verschwindet auch nicht bei längerem Hinsehen, also muß unbedingt etwas daraus gemacht werden.
· Man kann diesem Haus bei der anstehenden Betonsanierung ein neues Aussehen verschaffen, beispielsweise in den Farben der Ostseite des Ihmezentrums, blau, gelb, weiß.
· Die nächste Idee geht davon aus, dass F. Hundertwasser nicht mehr zur Verfügung steht, aber Niki de Saint Phalle ein ganz besonderes Verhältnis zu Hannover hat. Wenn man diese Künstlerin für die Gestaltung gewinnen könnte, wäre das Haus und damit das Ihmezentrum ein Hit weit über Hannover hinaus. Es wäre durchaus vorstellbar, dass sich in diesem Fall die Stadt an den Mehrkosten bei der Betonsanierung beteiligen würde.
Fassaden EG 18 - Spinnereistraße und EG 22 - Ihmepassage 2
Bei der dort ebenfalls anstehenden Betonsanierung sollte darüber nachgedacht werden, ob man bei dieser Gelegenheit „Highlights“ schafft, welche die Menschen, die am Ihmezentrum vorbeikommen, zum Besuch animieren. Der Fahrstuhlturm der EG 18 sowie die Giebelseite der EG 22 bieten sich für eine grafische Farbgestaltung in den Farben der Ostseite des Ihmezentrums (blau, gelb, weiß) geradezu an. Möglich wäre eine Farbgestaltung in Stil von F. Hundertwasser oder eine dezente Werbung, die dann gleichzeitig eine Einnahmequelle darstellt. Eine weitere Möglichkeit ist eine plakative, senkrechte Adressaufschrift als „einzige Anschrift Hannovers, die auch vom Hubschrauber aus lesbar ist“.
Parkhausnutzer Capitol
Der Bau einer Rampe außen an der Ihme, damit die Besucher nach Verlassen der Veranstaltungen sofort das Parkhaus erreichen und überhaupt nicht auf die Idee kommen, den Ihmeuferweg als Toilette zu nutzen.
Die geplanten Glasdächer, etwa die Kuppel am Ihmeplatz, die Überdachung Ihmepassage und beispielsweise eine Überdachung der Fußgängerbrücken eignen sich höchstwahrscheinlich sehr gut für den Einsatz von Photovoltaik-Modulen zur Stromerzeugung. Insbesondere könnten halb-transparente Module benutzt werden, die eine Art Wolken-Effekt erzeugen - solche Module sind bereits in mehreren Gebäuden eingesetzt worden, beispielsweise bereits 1993 im Erdgeschoss des Hastra-avacon Gebäudes sowie in der Fortbildungsakademie Nordrhein-Westfalen in Herne. Auch der EXPO-Skywalk war vom Architekten ursprünglich mit PV-Zellen geplant, diese Idee wurde allerdings nicht realisiert. à www.sunways.de
Eine solare Klimatisierung der Mall, der Geschäftsbereiche und Büros wie sie vom Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme entwickelt wurde.
IV. zu erwartende Probleme
· Der gesicherte Parkbereich bereitet große Sorgen. Es muss davon ausgegangen werden, dass der Sicherheitsbereich im Zusammenhang mit der zusätzlichen Einfahrt entfallen soll. Der Hintergrund ist sicher der, mit dieser Maßnahme die Vermarktung der von der Konzeption her "unmöglichen" Gewerbefläche über diesem Bereich zu erleichtern, wenn nicht überhaupt erst möglich zu machen. Es muß angemerkt werden, daß hier wirtschaftliche Interessen mit sozialen sowie Sicherheitsaspekten kollidieren, die miteinander schwer vergleichbar sind. Von den zu erwartenden Problemen werden insbesondere Wohnungseigentümer betroffen sein. Der gesicherte Parkbereich ist bereits 1976 entstanden. Mit Einverständnis der damaligen Besitzer wurde der Bau von den damaligen Nutzern konzipiert und mit eigenen Mitteln finanziert. Der Grund war damals wie heute Sicherheit und die Möglichkeit, das Auto auch in der Nähe des Hauseingangs zu parken. 1985 wurde mit dem Betreiber des Parkdecks für diesen Sicherheitsbereich ein Dauermietvertrag geschlossen, der 1993 gekündigt werden sollte. Diese Kündigung wurde nach begründeten Einwendungen zurückgenommen.
· Der Wegfall der beiden Fahrradkeller, die an den gesicherten Parkbereich angrenzen, wäre wegen besserer Durchsicht und Wegfall von Kanten und Ecken unter der Voraussetzung zu begrüßen, dass hierfür ein Ersatz geschaffen wird.
· Eine Garageneinfahrt auf Straßenebene im Bereich Spinnereistraße würde neben einer Verschlechterung der Stausituation in den Hauptverkehrzeiten auch eine Behinderung und Gefährdung für Fußgänger und Radfahrer bedeuten. Insbesondere für Fußgänger, die aus der Richtung Stadt kommen und das Ihmezentrum erreichen möchten, gibt es bereits heute durch die Anlieferzone für Saturn keinen Bürgersteig. Ein großzügiger, gut sichtbarer Rollsteig wäre eine bessere Alternative und würde Besucher ins Ihmezentrum führen und nicht auf die gegenüberliegende Straßenseite ausweichen lassen.
· Wenn im Bereich des Wohnhauses Spinnereistr. 1 eine Einfahrt zum Parkdeck sowie eine weitere Be- und Entlademöglichkeit für den Gewerbebereich entstehen sollen, muß vorher eine Ermittlung der Belastung der Bewohner durch Abgase usw. erfolgen.
VI. Weitere Änderungs- und Verbesserungsvorschläge für das Ihmezentrum
Diese Vorschläge stammen aus dem Jahr 1977!!
Auf den Treppenkernen der Wohngebäude: Brüstungsstreifen farbig, zum Teil Außenflächen der Treppenhäuser ganz farbig, Aufbauten der Maschinenräume farbig. Dazu sind Muster vorhanden, eine genaue Bezeichnung liegt beim Farbberater.
Die fleckige Betonqualität soll graubraun lasiert werden. Muster dazu befinden sich am Kern 04, über Dachfläche des Ladens Tack.
Laubengänge und Loggien sollten von unten farbig gestrichen werden. (Auch, wenn durch Privatinitiative der Einzelnen jetzt Balkondecken und Wände gefärbt werden, bleiben die Untersichten fleckig grau, unter denen kein Balkon bewohnt wird)
Für die künstlerische Bemalung des Giebels N 2 liegen Entwürfe vor.
Die Anlieferzone sollte ringsum geweißt werden.
Lampenmasten, Papierkorbhalterungen, Schilderrahmen in der Passage sollten nicht nur teilweise farbig lackiert werden.
Werbeanlagen
Ein Rahmenkonzept regelt die Anbringung von Einzelwerbung, für Gemeinschaftswerbeanlagen bestehen Anbringungsvorschläge im Passagen- und Hochhausbereich. Außerdem gibt es Überlegungen zur Verteilung von Werbeflächen im Parkdeck.
Für die Einfahrten zur Tiefgarage und Lieferzone liegen Details für markante Hinweise vor.
In der Lieferzone sind Schilder für Ladenlokale und Aufgänge (abgesehen von Sicherheits- und Fahrtregelungshinweisen) vorgesehen.
An Eingängen und innerhalb der Häuser sind differenzierte Wegweiser geplant, Teile sind in den Wohnbereichen schon ausgeführt.
Ein Plan mit Standortvorschlägen für Kunstobjekte u.ä. liegt ausgearbeitet vor. An einigen Punkten sind dafür technische Vorkehrungen getroffen.
Es gibt das Versprechen der Firma Holzmann, eine Betonplastik zu stiften, die Bestätigung dazu stammt aus Ende 1975!
Dazu gab es ausführungsreife Unterlagen für den Ausbau zu einer Fläche für den Aufenthalt aller Altersgruppen, gestalterisch deutlich bezogen auf Formen der bestehenden Promenade. Der zwischenzeitliche Ausbau war vom Bauausschuss begrüßt und als Provisorium eingestuft worden.
Ihmeufer/Aufgang zur Promenade
Ein geplanter Aufgang von der Uferfläche unter der Hermann-Ehlers-Stiftung zur Promenade auf Straßenebene sollte die Verbindung zwischen dem Ihmezentrum und den Flächen flussabwärts herstellen, ohne dass die Überquerung der Spinnereistraße an der Leinertbrücke nötig wäre.
Die düsteren Zonen in der Ladenebene wie die Passage vor dem Kaufhof, der Haupteingang Huma, die Passage im 1. Obergeschoss, sollten ständig durch Scheinwerfer erhellt werden. Diese Scheinwerfer wurden fast alle installiert, brennen jedoch kaum. Darüber hinaus gibt es weitere dunkle Ecken, in denen eine zusätzliche Beleuchtung angebracht werden könnte, die den ganzen Tag über brennen sollte.
Die allgemeinen Aufgänge aus dem Parkdeck sollten rundum voll beleuchtet sein, um die Orientierung zu den Ausgängen in den Parkdecks zu erleichtern. Nur sehr wenige Aufgänge haben bisher diese Beleuchtungsinstallation erhalten.
Die Wohnungseingänge sind mit Blechkästen über Türhöhe ausgestattet, in denen Leuchtkörper eingebaut werden sollten.
Überdachungen
Alle Aufgänge vom Parkdeck waren durch Großschirme überdacht geplant. Anordnung und Farbgebung der Schirmanlagen sollten zur Verdeutlichung der Orientierungspunkte beitragen.
Windschutzmaßnahmen wurden im Modellversuch erprobt, jedoch nicht im Detail entwickelt und getestet.
Für die Aufstellung von Vitrinen gibt es Pläne und technische Vorkehrungen. Bodenhülsen sind installiert für die eventuelle Aufnahme von Masten, Bänken, Weihnachtsbäumen o.a.
Insgesamt waren ca. 60 Sitzbänke vorgesehen, etwa 20 davon müssen noch in Lagerräumen der Verwaltungsgesellschaft liegen. Die Standorte für die Bänke sind in Freiflächenplänen fixiert.
Am Platz neben dem Brunnen endet in einem Betonkasten ein Bündel von Leerrohren für mögliche allgemeine Stromanschlüsse, z. B. für Feste, Vorstellungen usw.
Stand 23.02.2009