Aktualisiert 09.07.2010
Nachfolgend aktuell der Schriftverkehr bezüglich Brief an den OB vom 27.06.10 (in zeitlicher Reihenfolge von unten nach oben!)
Antwort von Frau Großmann vom 7.07.10
Sehr
geehrter Herr Mönninghoff,
vielen Dank für Ihre Antwort vom 06.07.2010 auf den offenen Brief der BLIZ den
Oberbürgermeister. Wunschgemäß wird Ihr Schreiben auf die Homepage der BLIZ
aufgenommen.
Allen Beteiligten bleibt jetzt die Hoffnung, dass die
Landesbank Berlin in absehbarer Zeit die zur Änderung der Teilungserklärung des
Ihmezentrums erforderlichen Unterlagen sowie den Entwurf einer rechtskonformen
neuen Gemeinschaftsordnung vorlegt.
Freundliche Grüße
Monika Großmann
BLIZ Bürgerinitiative Linden-Ihmezentrum
Anmerkung: Die für uns wichtige Passage
ist nur für die Homepage rot markiert worden.
Antwort von Herrn Mönninghoff (1. Stadtrat) vom 6.07.10
Sehr geehrte Frau Großmann,
herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 27.06.2010, das Herr Oberbürgermeister Weil an mich zur direkten Beantwortung weitergegeben hat.
Die Vorgeschichte von 1996 bis zur Insolvenz der Carlyle-Group Anfang 2009 war sowohl Herrn Oberbürgermeister Weil als auch mir bekannt. Nicht zutreffend ist, dass ich mich über angebliche Verzögerungen oder eine Verhinderung der Revitalisierung des Ihmezentrums durch Wohnungseigentümer geäußert habe und „zur Strafe“ mit dem Auszug der städtischen Büroeinheiten gedroht habe. Der tatsächliche Vorgang ist wie folgt:
Auf der Eigentümerversammlung am 23.06.2010 habe ich mich zu Wort gemeldet, nachdem zwei Wohnungseigentümer in ihren Beiträgen ausgeführt hatten, dass die Wohnungseigentümer überhaupt kein Interesse an einer Änderung der Teilungsgenehmigung hätten und diese ausschließlich im Interesse der Landesbank Berlin stattfinden würde (und daher die Rechtsanwaltskosten auch von den Wohnungseigentümern nicht mitfinanziert werden sollten).
Ich habe in Abstimmung mit Herrn Oberbürgermeister Weil folgendes gesagt:
- Die Landeshauptstadt unterstützt intensiv die aktuellen Anstrengungen der Landesbank Berlin zur Revitalisierung des Erdgeschosses und der ersten Etage des Ihmezentrums.
- Auch aus Sicht der Landeshauptstadt ist es zwingend erforderlich, dass für diese Revitalisierung die Teilungsgenehmigung und die Gemeinschaftsordnung geändert wird.
- Wenn es nicht zu den im Rahmen der Revitalisierung geplanten Investitionen im Bereich des Erdgeschosses und des ersten Stockes (und vorher der Änderung der Teilungsgenehmigung und der Gemeinschaftsordnung) kommt, wird die Landeshauptstadt nicht die von der Landesbank Berlin geforderte Vertragsverlängerung ihrer Mietverträge akzeptieren und werde in diesem Fall – genau so wie die Stadtwerke – anstreben, das Ihmezentrum zu verlassen.
- Aus der Kombination obiger Punkte ergebe sich zwangsläufig, dass die Landeshauptstadt dringend an alle Wohnungseigentümer appelliere, gemeinsam mit der Landesbank Berlin eine Änderung der Teilungsgenehmigung und der Gemeinschaftsordnung kurzfristig vorzunehmen und den Weg für eine Sanierung des Erdgeschosses und des ersten Stockes freizumachen.
Ich hoffe, mit diesen Klarstellungen Ihnen und Ihrer Bürgerinitiative deutlich gemacht zu haben, dass es mir in der Eigentümerversammlung nicht – wie Sie es schreiben – um eine „Strafe“ sondern um eine zwangsläufige Kette von Entscheidungen ging: Wenn das Erdgeschoss und der erste Stock im Ihmezentrum nicht saniert werden und die baulichen Zustände in diesem Bereich gleich bleiben, (bzw. schlechter werden) ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung nicht zumutbar, weiter in dem Gebäudekomplex zu bleiben.
Ich bitte darum, dass Sie mein Antwortschreiben auch, genau wie Ihr Bezugsschreiben, auf die Internetseite Ihrer Bürgerinitiative nehmen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Mönninghoff
Erster Stadtrat
Anmerkung zu:
"Auf der Eigentümerversammlung am 23.06.2010 habe ich mich zu Wort gemeldet, nachdem zwei Wohnungseigentümer in ihren Beiträgen ausgeführt hatten, dass die Wohnungseigentümer überhaupt kein Interesse an einer Änderung der Teilungsgenehmigung hätten"
Diese beiden Wohnungseigentümer haben für sich selbst gesprochen und nicht für die Wohnungseigentümer insgesamt !
Schreiben an den Oberbürgermeister Stephan Weil vom 27.06.10
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
einige Äußerungen von Herrn Mönninghoff in der Eigentümerversammlung des Ihmezentrums am 23.06.2010 veranlassen mich zu diesem Schreiben an Sie, da leider anzunehmen ist, dass es sich dabei um die offizielle Meinung der Stadtverwaltung handelt.
Möglicherweise ist Ihnen und einigen Ihren Dezernenten die jüngere Geschichte des Ihmezentrums teilweise entfallen, deshalb zur Erinnerung folgende Daten:
- Am 18.06.1996 hat die Wohnungs- und Teileigentümereigentümergemeinschaft Ihmezentrum mit 96% Zustimmung aller Eigentümer Beschlüsse zur Revitalisierung des Ihmezentrums gefasst.
- In den darauf folgenden 4 Jahren konnten sich die damaligen Mehrheitseigentümer Norddeutsche Landesbank, Westdeutsche Landesbank, die Stadtwerke Hannover sowie mehrere weitere Gewerbeeigentümer nicht über die Kostentragung dieser Revitalisierung einigen und haben sich darüber gerichtlich auseinandergesetzt.
- Im Mai 2000 haben die beiden Landesbanken NordLB und WestLB ihre Gewerbeimmobilen größtenteils an Herrn Engel verkauft, im Jahr 2002 wurde, auch auf intensives Betreiben der LHH, der Stadtwerke-Turm ebenfalls an Herrn Engel verkauft. Die Büroeinheiten der NordLB, die heute von der LHH angemietet sind, wurden in den Folgejahren ebenfalls an Herrn Engel verkauft.
- Herr Engel hat die von ihm gekauften Ladeneinheiten überwiegend leer stehen lassen und gleichzeitig systematisch die restlichen Läden der wenigen noch verbliebenen Gewerbeeigentümer aufgekauft. Wie er selber einmal sagte, sollte das Ihmezentrum so vermarktungsfähig gemacht werden.
- In einer Eigentümerversammlung am 17.05.2006 wurden weit reichende Umbaubeschlüsse gefasst, die Herrn Engel die Revitalisierung des Ihmezentrums ermöglichen sollten. In einer weiteren Eigentümerversammlung am 30.06 2006 wurden umfangreiche Gestattungsverträge der Gemeinschaft für die spätere Flächennutzung beschlossen. Am gleichen Tag, übrigens 2 Tage nach dem von Herrn OB Schmalstieg und Herrn Engel gemeinsam demonstrierten „1. Hammerschlag“ zum Umbau, hat Herr Engel seine Immobilien an die Carlyle-Group veräußert. Dies wurde allerdings erst einige Monate später bekannt gegeben.
- Am 24.05.2007 wurden in einer Eigentümerversammlung die im Vorjahr gefassten Beschlüsse zum Umbau für die inzwischen erweiterten Planungen der Carlyle-Group noch einmal neu gefasst.
- Im Jahr 2008 wurde von der Carlyle-Group weiträumig der Abriss der Ladeneinheiten sowie der Wegen und Treppen in den beiden unteren Ebenen durchgeführt. Seitdem ist die Zugänglichkeit der darüber liegenden Wohnhäuser und angrenzenden Bürohäuser stark reduziert und erschwert.
- Anfang 2009 haben die im Ihmezentrum involvierten fünf Firmen der Carlyle-Group Insolvenz angemeldet, da die Landesbank Berlin deren Kredite gekündigt hatte. Seitdem haben mehrere Frankfurter Insolvenzverwalter sowie ein von der Landesbank Berlin eingesetzter Institutszwangsverwalter für über 80 % des Immobilienbestandes des Ihmezentrums die Verantwortung übernommen. Das sind ca. 95 % des Bestandes an Gewerbeimmobilien sowie ca. 20 % der Wohnungen.
Im Jahr 2009, nach Einsetzung der Zwangsverwaltung wurde von Vertretern der Landesbank Berlin in zwei Eigentümerversammlungen die Hoffnung der Wohnungseigentümer auf eine Realtrennung und damit die Auflösung der Wohnungs- und Teileigentümergemeinschaft und damit endlich ein Ende der Gemeinschaftshaftung aller Eigentümer geweckt.
In den Eigentümerversammlungen der einzelnen Wohnhäuser im Mai dieses Jahres mussten sich die Wohnungseigentümer von dieser Hoffnung verabschieden, da der Landesbank Berlin inzwischen klar geworden ist, dass sich die Idee einer Realtrennung aufgrund der Bauweise des Ihmezentrums nicht verwirklichen lässt.
Stattdessen wurde von der Landesbank Berlin jetzt eine Neufassung von Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung angekündigt, die allerdings genau wie die Auflösung einer Eigentümergemeinschaft zur Eintragung in das Grundbuch der notariellen Unterschrift aller Einzeleigentümer bedarf.
Im Anschluss an die Eigentümerversammlung am 23.06.2010 wurde der Entwurf einer neuen Gemeinschaftsordnung an die Eigentümer verteilt. Allerdings fehlen bei diesem Entwurf die insgesamt 7 Anlagen, auf die im Konzept der neuen Gemeinschaftsordnung an verschiedensten Stellen Bezug genommen wird. Die Erstellung dieser Anlagen wird nach Auskunft der Landesbank Berlin noch längere Zeit in Anspruch nehmen.
Auch die erforderlichen Unterlagen wie Aufteilungspläne etc. zur gewünschten Umwandlung von mehreren Tausend qm Gemeinschaftseigentum in zukünftiges Sondereigentum des Mehrheitseigentümers wurden von der Landesbank Berlin bislang nicht vorgelegt.
Die Wohnungseigentümer haben über Jahre alle Revitalisierungsversuche der verschiedenen Mehrheitseigentümer klaglos hingenommen und bei Bedarf immer die in einer Wohnungs- und Teileigentümergemeinschaft erforderlichen Beschlüsse mitgetragen. Und sie mussten dabei wehrlos den Wertverlust ihrer eigenen Immobilie in Kauf nehmen.
Dass die Wohnungseigentümer weiterhin den Weg mitgehen wollen, zeigt sich auch jetzt an dem in der Eigentümerversammlung in der vergangenen Woche gefassten Beschluss zur Beauftragung eines Rechtsanwaltes. Dieser soll den Entwurf der Gemeinschaftsordnung sowie das Vorhaben zur Änderung der Teilungserklärung inhaltlich zu prüfen und gemeinsam mit den von der Landesbank beauftragten Anwälten eine rechtlich einwandfreie, unterschriftfähige Neufassung von Gemeinschaftsordnung und Teilungserklärung erarbeiten.
Die langfristigen Zeitabläufe bis zur Unterschrift aller Eigentümer und der Eintragung in das Grundbuch des Ihmezentrums werden nicht von Wohnungseigentümern bestimmt oder gar verzögert, sondern hängen einzig und allein von der Landesbank Berlin und deren weiteren Vorgehen ab.
Es ist daher nicht in Ordnung, wenn sich Vertreter der LHH in einer Eigentümerversammlung und anschließend auch öffentlich über angebliche Verzögerungen oder eine Verhinderung der Revitalisierung des Ihmezentrums durch Wohnungseigentümer äußern und „zur Strafe“ mit dem Auszug der städtischen Büroeinheiten drohen. Äußerungen wie diese tragen lediglich zum Negativimage des Ihmezentrums bei und diskriminieren rund 550 Wohnungseigentümer völlig zu Unrecht.
Hochachtungsvoll
Monika Großmann
BLIZ – Bürgerinitiative Linden Ihmezentrum
Folgender Antrag wurde einstimmig beschlossen:
Antrag an den Kreisparteitag der CDU Hannover-Stadt am 23. Juni 2009
Der Kreisparteitag möge beschließen:
Die CDU Hannover fordert die Landesbank Berlin auf, unverzüglich ihren finanziellen Verpflichtungen in jeglicher Form im Ihme-Zentrum nachzukommen. Die CDU Hannover verlangt von der Landesbank Berlin, dass sie ihrer Verantwortung als Eigentümerin des lhme-Zentrums gerecht wird und die Revitalisierung schnellstmöglich abschließt. Die rund 550 Wohnungseigentümer, die knapp 2.400 Mieter sowie die mehr als 1.500 Beschäftigten im Ihme-Zentrum erwarten eine zügige Beendigung der Bauarbeiten.
Die CDU Hannover erwartet von der Landeshauptstadt Hannover, insbesondere von Oberbürgermeister Stephan Weil, mehr Engagement und Beteiligung im Revitalisierungsprozess als in den vergangenen Monaten. Die Abgabe öffentlicher Erklärungen als einzige nennenswerte Teilnahme am Revitalisierungsprozess erscheint vor dem Hintergrund drohender Privatinsolvenzen der rund 550 Wohnungseigentümer aufgrund ausbleibender Nebenkostenzahlungen der Berliner Landesbank als nicht ausreichend.
Begründung:
Die Berliner Landesbank trägt als finanzierende Bank und unter Berücksichtigung der öffentlichen Trägerschaft der Bank (die deutschen Sparkassen halten 81% der Aktien) eine besondere Verantwortung für die erfolgreiche Revitalisierung des Ihme-Zentrums. Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass die Berliner Landesbank die Zahlung der Nebenkosten um zwei Drittel reduziert hat. Dies hat zur Folge, dass aufgrund der komplizierten Teilungserklärung des Ihme-Zentrums die ausstehenden Nebenkosten (von fast 200.000 Euro pro Monat!) auf die 550 Wohnungseigentümer umgelegt werden. Damit droht faktisch fast allen Wohnungseigentümern die Privatinsolvenz in den kommenden Monaten.
Ebenfalls befremdlich erscheint vor diesem Szenario die Rolle der Landeshauptstadt Hannover und besonders die des Oberbürgermeisters. In einer groß angelegten Erklärung vom 24.02.2009 hat Stephan Weil sein Interesse an einer Fortführung und einem erfolgreichen Abschluss des Projekts lhme-Zentrums erklärt. Passiert ist seit dieser Erklärung faktisch nichts. So hat beispielsweise nur ein einziges Mal der ehemalige OB Schmalstieg im Jahre 2006 zu einer Informationsveranstaltung alle Beteiligten eingeladen. Die CDU Hannover hofft, dass der Oberbürgermeister angesichts der hohen Anzahl von drohenden Privatinsolvenzen das Thema Ihme-Zentrum tatsächlich zur Chefsache macht und endlich handelt!
Antwort des Oberbürgermeisters vom 3.2.09
eingegangen am 11.2.09 an die Adresse
Frau
Monika Großmann
Sprecherin
BLIZ Bürgerinitiative
Linden(park)-Ihmezentrum
Ihmezentrum 8 (Anmerkung des webmasters:
ist trotzdem angekommen, man kennt sich hier im Stadtteil :) )
30449 Hannover
Sehr geehrte Frau Großmann,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 28. Januar.
Ich stimme mit Ihnen überein, dass der gegenwärtige Baustopp im Ihme-Zentrum für
alle Beteiligten, die Stadt und ihre Mitarbeiter, aber auch die
Wohnungseigentümer mehr als Besorgnis erregend ist.
Wie Sie wissen, hat sich die Stadt gerade in den vergangenen Jahren mit ganz
besonderem Engagement und nicht unerheblichen eigenen Finanzmitteln für die
Verbesserung der Situation im und am Ihme-Zentrum eingesetzt.
Ich möchte Sie in diesem Zusammenhang aber gern daran erinnern, dass die Stadt
zur 'Einbindung des Projektes "Linden-Park" bereits ein eigenständiges Konzept
für das städtebauliche Umfeld des Ihme-Zentrums mit großzügigen Nebenanlagen
entwickelt hat und teilweise umgesetzt hat. So wurden beispielsweise auch
Küchengarten und Schwarzer Bär neu gestaltet.
Zur Verbesserung Ihrer Wohnsituation ist die Stadt gegen die
Wohnungsprostitution mit Maßnahmen der Bauordnung vorgegangen.
Wir haben regelmäßige Treffen zwischen Bewohnerschaft und Investor ins Leben
gerufen, über den so genannten Umbauausschuss alle Baumaßnahmen begleitet und
für Informationen an die Bewohnerschaft gesorgt.
Zur Stärkung des Standorts haben wir nicht nur mehr als 600 städtische
Arbeitsplätze ins Ihme-Zentrum verlagert, sondern uns auch für andere
öffentliche Nutzungen im Ihme-Zentrum wie die Ansiedlung der Polizeidirektion
engagiert.
Sie können davon ausgehen, dass wir auch in Zukunft nicht nachlassen werden im
Bemühen, die Probleme in Ihrem Wohnumfeld so weit wie möglich zu lösen.
Mit freundlichen Grüßen
Stephan Weil
Anmerkung des webmasters:
1. Gegen die Wohnungsprostitution wurde in
erster Linie von den
Wohnungseigentümern auf dem Klageweg vorgegangen.
2. Die Organisation von Informationsveranstaltungen ist ebenfalls auf
Initiative von aktiven Wohnungs- und Teileigentümern erfolgt.
3. Der Umbauausschuss, dessen Bildung die Wohnungs- und
Teileigentümergemeinschaft bereits 1996 bei der Fassung der ersten
Umbaubeschlüsse installiert hatte, wurde auf Drängen von Wohnungseigentümern
im Jahr 2006 reaktiviert. Auf deren ausdrücklichen Wunsch werden seitdem
auch Politiker und Vertreter der LHH zu den Sitzungen eingeladen.
4. Auf Veranlassung der LHH hat es im Jahr 2006 einmal eine INFO
Veranstaltung mit Herrn OB Schmalstieg gegeben.
Schreiben an den Oberbürgermeister Stephan Weil vom 28.1.09
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
es ist schön zu hören, dass Sie in Ihrer Videobotschaft vom 27.01.2009 Ihr Engagement für die Probleme des Ihmezentrums kundtun.
Es ist aber traurig, dass Sie in dieser Stellungnahme mit keinem Wort auf die Sorgen der rund 550 Wohnungseigentümer eingehen, die sich mit dem Mehrheitseigentümer Carlyle Group in einer unauflöslichen Wohnungs- und Teileigentümergemeinschaft befinden. Diese Eigentümer machen sich große Sorgen um ihre Zukunft und wären für ein Wort des Oberbürgermeisters zu ihrer Situation dankbar gewesen.
Mit freundlichen Grüßen
Monika Großmann im Auftrag der
Bürgerinitiative Linden(park) Ihmezentrum
Presseerklärung des Oberbürgermeisters vom 03.11.2005
Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg: „Die Stadt hat ein besonderes Interesse an der Revitalisierung des Ihme-Zentrums und ist deshalb bereit, sich ohne Anerkennung einer Rechtspflicht mit einem Beitrag von 2,22 Millionen Euro an der Sanierung der Wegeflächen im Ihme-Zentrum zu beteiligen. Im Gegenzug verpflichten sich die Gewerbeeigentümer und Investor Engel, die Stadt von möglichen Ansprüchen aus dem Stadtmittevertrag, die von Eigentümerseite gestellt werden könnten, freizustellen.
Seit 1989 hatte es Meinungsverschiedenheiten zwischen der Eigentümergemeinschaft Ihme-Zentrum und der Stadt über die Widmung dar Wegeflächen im Ihme-Zentrum als öffentliche Verkehrsflachen und deren Unterhaltungslasten gegeben. Die Stadt hatte erklärt, über den 3l. Dezember 2005 hinaus keine weitere Verlängerung der Verjährungsfrist zu erteilen.
Die Vereinbarung wurde mit Vertretern der privaten Wohnungseigentümer ausgehandelt und abgestimmt. Diese haben ihre „größtmögliche Zustimmung" signalisiert. Das Gewerbeeigentum im Ihme-Zentrum hat gegenüber der Stadt im Zusammenhang mit möglichen Ansprüchen eine Freistellungserklärung abgegeben und sich verpflichtet, eine mögliche Beschlussfassung der Eigentümergemeinschaft mit dem Ziel der Klage gegen die Stadt mit seinen Stimmenmehrheiten zu verhindern.
Der Oberbürgermeister informierte gestern den Verwaltungsausschuss das Rats, dass von den Gewerbe-Eigentümern, insbesondere der Unternehmensgruppe Engel und den Wohnungseigentümern sowie der Stadt Hannover darüber hinaus ein Maßnahmenpaket entwickelt worden ist, das einen deutlichen Schritt zur Verbesserung der Situation im Ihme-Zentrum bedeuten kann. Die Verwaltung wird dem Rat eine entsprechende Beschlussvorlage vorlegen, kündigte Schmalstieg an.
1976 wurde die Komplexbebauung Ihme-Zentrum fertig gestellt. In den Jahren der Nutzung seither wurde deutlich, dass das Ihme-Zentrum zwar attraktiv citynahes Wohnen am Wasser bietet, aber insbesondere in der Sockelzone an strukturellen Problemen leidet. Folge ist der nahezu vollständige Leerstand von rund 50.000 Quadratmetern Verkaufsflache mit entsprechend negativen Auswirkungen auf Erscheinungsbild und öffentliche Wahrnehmung des Komplexes.
Weitere Bestandteile des Maßnahmenpakets sind:
Die entsprechenden Beschlüsse der Gremien der Landeshauptstadt Hannover sollen bis Anfang Dezember gefasst werden. Auf Seiten der Unternehmensgruppe Engel ist man zuversichtlich, bis Ende November 2005 mindestens 70 Prozent der neuen Einzelhandelsfläche vermieten zu können. Auf dieser Basis wird das Maßnahmeprogramm anlaufen.
Ab Anfang 2Q06 sollen die Büroflächen hergerichtet werden, Im Verlauf des Jahres 2006 soll der Umbau des Basements beginnen. Ende 2007 können dann die beiden Sockelgeschosse des Ihme-Zentrums ihre neuen Funktionen ausfüllen.
Offener Brief an Herrn Oberbürgermeister Dr. Herbert Schmalstieg vom 16.05.2005
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
aus unserem Gespräch, zu dem ich von Ihnen Ende vergangenen Jahres eingeladen wurde, hatte ich den Eindruck mitgenommen, dass sowohl Sie als auch Frau Boockhoff-Gries über das Ihmezentrum wie auch über das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) sehr gut informiert sind. Das gilt jedoch offenbar nicht für alle Ihre Mitarbeiter in den Ämtern der Stadt.
Ich bin betroffen über die Stellungnahme der Landeshauptstadt Hannover vom 28.04.2005 zu einer Anfrage im Bauausschuss:
„Der Investor versucht, die ihm gehörenden Gewerbeflächen einer Nutzung zuzuführen und entsprechend zu vermarkten. Aus diesem Grund lässt er das bisherige Konzept noch einmal überarbeiten. Der Investor verfügt neben der Mehrheit der (gewerblichen) Miteigentumsanteile auch über die Mehrheit der Stimmen, so dass eine Beteiligung der übrigen Eigentümer bzw. Mieter von seinem Willen abhängt.“
Es erzeugt Unsicherheit und erhebliche Sorgen bei den Wohnungseigentümern im Ihmezentrum, wenn Ihre Mitarbeiter sich auf der offiziellen Internet-Seite der Landeshauptstadt Hannover derartig äußern!
Das Ihmezentrum ist eine Wohnungs- und Teileigentümergemeinschaft, in der die Angelegenheiten der Eigentümer nach dem WEG, der im Grundbuch eingetragenen Teilungserklärung sowie den darauf fußenden Vereinbarungen der Gemeinschaftsordnung geregelt sind. Diese rechtlichen Grundlagen sind maßgebend für die rechtlichen Beziehungen der Eigentümer untereinander und die Möglichkeiten etwaiger Veränderungen. Keinesfalls aber ist „der Wille eines Einzelnen“ maßgebend, auch wenn dieser Mehrheitseigentümer ist!
Bei den neuen Plänen des Mehrheitseigentümers, die von ihm im Ihmezentrum bisher allerdings noch nicht vorgestellt wurden, soll nach inoffiziellen Informationen auch Eigentum genutzt werden, das ihm nicht gehört. Voraussetzung dafür wäre, dass verschiedene Eigentümer dem Mehrheitseigentümer ihr Sondereigentum verkaufen oder verpachten.
Weiterhin müssten vor einer Umsetzung von Plänen, die eine Nutzung von Gemeinschaftsflächen durch den Mehrheitseigentümer notwendig machen sollten, mit allen Einzeleigentümern umfangreiche Sondernutzungsrechte für das benötigte Gemeinschaftseigentum vereinbart werden. Das ist eigentumsrechtlich nur mit Einverständnis aller Betroffenen und entsprechenden Eintragungen im Grundbuch möglich. Besitzer von dinglichen Rechten (z. B. die Kreditgeber der übrigen Eigentümer) müssen solchen Regelungen zustimmen.
Das ist ein sehr umfangreiches und schwieriges Vorhaben, da es 998 Grundbücher gibt, deren Besitzer (jeder einzelne!) zustimmen müssen. Dem Mehrheitseigentümer sind nur etwa 120 dieser 998 Grundbücher zuzuordnen. Das Wichtigste bei einer solchen Absicht des Mehrheitseigentümers wäre es, wenn er im Vorfeld seiner Umsetzungsbemühungen vertrauensbildende Maßnahmen ergriffe, um die Kooperationsbereitschaft jedes einzelnen Miteigentümers zu erreichen. Genau dabei verhält sich der Mehrheitseigentümer aber völlig kontraproduktiv.
Für die Ende Juni geplante Eigentümerversammlung werden von ihm und seinen Anwälten Beschlussanträge vorbereitet, die beispielsweise die Kostentragung der Bewirtschaftungskosten rückwirkend bis ins Jahr 2003 von ihm weg zu Lasten der Wohnungseigentümer nachträglich verschieben sollen.
So etwas ist nach geltendem Recht zwar überhaupt nicht möglich, muss aber nach dem Erreichen der entsprechenden Mehrheitsbeschlüsse auf einer Eigentümerversammlung (was für einen Mehrheitseigentümer nicht schwierig ist), zur rechtswirksamen Erklärung der Ungültigkeit des Beschlusses von betroffenen Eigentümern erst einmal gerichtlich angefochten werden. So etwas verbessert nicht die Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit.
Weiterhin plant der Mehrheitseigentümer in dieser Eigentümerversammlung die Abwahl des derzeitigen Verwalters zum Jahresende zu beschließen. Es besteht bei vielen Wohnungseigentümern die Befürchtung, dass der Mehrheitseigentümer mit seiner Stimmenmehrheit einen ihm willfährigen Verwalter bestellen will.
Das alles hat schon jetzt dazu geführt, dass auf allen 9 kleinen Eigentümerversammlungen, die im Juni der Hauptversammlung vorangehen, einige Beschlüsse zum Schutz der Wohnungseigentümer, wie etwa der erschwerte Zugriff des Verwalters auf die Rücklagen der Wohnungseigentümer, gefasst werden sollen.
In den vergangenen fünf Jahren waren die Wohnungseigentümer gegenüber allen Visionen des Mehrheitseigentümers aufgeschlossen und haben dabei den zunehmenden Verfall des Gewerbebereichs und der Ladenpassage des Ihmezentrums und den damit verbunden Wertverlust ihrer Wohnungen in der Hoffnung auf eine Revitalisierung ertragen. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass die Wohnungseigentümer auch in Zukunft Revitalisierungsabsichten und Umbaupläne, die auf ihre berechtigten Interessen Rücksicht nehmen, konstruktiv unterstützen werden.
Nachdem der Mehrheitseigentümer inzwischen aber auch mit allen Mitteln gegen die Entscheidung des Gerichts vorgeht, die vom Gewerbe seit Jahren ausgesetzte Zuführung zur Instandhaltungsrücklage wieder aufzunehmen und das trotz erheblicher Bedenken der anderen Miteigentümer im Gewerbe (zu denen u. a. die Landeshauptstadt Hannover gehört), wächst das Misstrauen der Wohnungseigentümer in Bezug auf die Ernsthaftigkeit seiner Absichten.
Von einigen Wohnungseigentümern ist bereits die Befürchtung zu hören, dass die Unternehmensgruppe Engel gar nicht wirklich eine Revitalisierung plant, sondern – unter Inkaufnahme des Verfalls des Objekts - nur noch Geld aus dem Ihmezentrum ziehen will.
Es wäre für alle Wohnungseigentümer des Ihmezentrums beruhigend, wenn von Seiten der Stadt deutlich gemacht würde, dass es im Ihmezentrum nicht nach dem Willen eines Mehrheitseigentümers, sondern nach geltendem Recht geht, an das sich auch dieser zu halten hat.
Freundliche Grüße
Monika Großmann
Verwaltungsbeirat Wohnen
Ihmezentrum Hannover
Pressebericht
Dienstag 1. März 2005
Die CDU-Ratsfraktion sorgt sich um die
finanzielle Zukunft der Wohnungsbesitzer im Ihme-Zentrum. „Die Eigentümer müssen
vor einer drohenden Insolvenz des Großeigentümers geschützt werden – hier ist
die Stadtverwaltung aufgefordert, umgehend Hilfe anzubieten“, sagt der
baupolitische Sprecher Jens Seidel. Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg müsse
dem Rat ein Konzept vorlegen, was er in einem solchen Fall unternehmen werde.
Sollte Investor Frank-Michael Engel endgültig scheitern, müssten womöglich die
800 Wohnungsbesitzer für die Instandhaltung des gesamten Zentrums haften,
befürchtet Seidel. Zwar seien Gewerbe- und Wohneigentum getrennte Bereiche –
wegen der Verträge aus den siebziger Jahren könnten am Ende aber alle gemeinsam
in der Pflicht sein. Die Stadt müsse den Anwohnern ihre Hilfe anbieten, damit
diese sich „juristisch wappnen“ könnten, meint Seidel.
Wohnungseigner, Mieter, die restlichen Händler und die Stadtwerke, brauchten
endlich eine Perspektive für die Zukunft: „Wir haben lange genug geredet, jetzt
muss gehandelt werden.“ Die Stadt sollte auch auf die früheren Eigentümer
Nord/LB und West LB zugehen und sie nicht aus ihrer Verantwortung entlassen,
fordert Seidel. jk
Anmerkung des webmasters:
Die Stadt Hannover gehört auch zu den Miteigentümern im Ihmezentrum!
Neujahrsempfang der CDU Linden-Limmer am So 16.01.2005
mit Ehrung der Arbeit der BLIZ
http://www.hallolinden.de/2005/html/bericht_2-05.html
Wo bleibt dazu die Reaktion der SPD?
Offener Brief der BLIZ an rund 50 Politiker vom 3. Mai 2004
Auf die Fragen von Wohnungseigentümern zur Zukunft des Ihmezentrums haben Politiker seit Jahren immer wieder die stereotype Antwort, "das ist alles privat, da können wir doch gar nichts machen". Oder manchmal auch gleich die ungeheuerliche Empfehlung "abreißen, wegsprengen". Dazu kommen dann nett formulierte Äußerungen vor Wahlen. (Einige dieser Aussagen zum Ihmezentrum können Sie unter www.bliz-ihmezentrum.de nachlesen)
Und nun veröffentlicht die HAZ wieder mal eine neue Meldung zum Ihmezentrum, der Investor denkt jetzt also über ein "FactoryOutletCenter" nach.
Was folgt? Ein Aufschrei empörter Politiker. "Das doch nun nicht!" Ja, meine Damen und Herren Politiker und nun die Frage, wenn das nicht, was denn dann?
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass die Wohnungseigentümer, denen mit ihren Wohnhäusern 25 % des Ihmezentrums gehören, für die Erhaltung und Sanierung dieser 25 % in den letzten Jahren schon über 10 Millionen Euro investiert haben? Wissen Sie auch, dass in der nächsten Zeit von Wohnungseigentümern weitere Millionen für die Betonsanierungen der drei Hochhäuser aufgebracht werden müssen?
Davon haben Sie schon mal was gehört? Schön, aber das ist nur ein Viertel des Ihmezentrums, die anderen drei Viertel sind wesentlich schwieriger.
Es gibt nun mal die seit Jahren vernachlässigte Einkaufspassage mit den Läden, dazu die Büros, das Parkdeck, die Wege und Zugänge und das sind 75 % des Ihmezentrums. Was glauben Sie, was die Sanierung/Revitalisierung dieser gewaltigen Fläche kosten wird? Vielleicht dreimal soviel, wie die Summe, die Wohnungseigentümer bisher schon für die Erhaltung ihres Eigentums investiert haben?
Ist diese, inzwischen wirklich dringend notwendige Maßnahme mit den Mieteinnahmen aus "netten kleinen Läden", die nach Meinung einiger Politiker im Ihmezentrum angesiedelt werden könnten, zu bezahlen?
Wohl kaum, und das wissen Sie ganz genau. Um eine Finanzierung solcher Kosten überhaupt zu erreichen, muss hier der ganz große Wurf her.
Die Eigentümer, ganz egal, ob Bewohner oder Gewerbetreibende, wurden von der Stadt und ihren Politikern in der Vergangenheit immer allein gelassen. Die Stadt Hannover hat die im Stadtmittevertrag von 1969 vereinbarte Widmung der öffentlichen Flächen des Ihmezentrums nicht angenommen, sie hat die Bezahlung der Kosten für Unterhalt und Pflege dieser allgemein nutzbaren Wege den Eigentümern des Ihmezentrums überlassen. Einer Klage auf Annahme der Widmung geht die Stadt schon seit Jahren durch die regelmäßige Verlängerung der Verjährungsfrist aus dem Weg.
Vor 30 Jahren wollten Hannoversche Politiker durch den Bau attraktiver Eigentumswohnungen in stadtnaher Lage "gutverdienende, junge Familien" von der Stadtflucht abhalten. Viele dieser Menschen leben heute noch hier im Ihmezentrum. Dazu sind im Lauf der Jahre viele andere Bewohner gekommen, die die Vorzüge des Wohnens am Wasser mit Panoramablick auf die Stadt entdeckt haben.
Sie alle haben durch den katastrophalen Zustand des Gewerbebereiches im Ihmezentrum in den letzten Jahren hohe Wertverluste ihres Eigentums hinnehmen müssen. Aber danach hat bisher kein Politiker gefragt oder vernünftige Vorschläge gemacht, was gegen diese Vernichtung von Vermögenswerten unternommen werden kann.
Durch ein florierendes Einkaufszentrum würde der Wohnwert im Ihmezentrum wieder zu dem, was er einmal war.
Auflagen, die ein FactoryOutletCenter verhindern, gibt es für das Ihmezentrum nicht. In den Geschäften in der Passage wird seit Mitte der 70er Jahre verkauft, alles mögliche und immer wieder mal was anderes.
Warum nicht zur Abwechslung mal Fabrikverkauf, hier eben nicht auf der grünen Wiese, sondern mitten drin in Hannover. Ein solches Center würde mit Sicherheit viele Kunden aus dem Umland anziehen und davon würden viele in dieser Stadt profitieren.
Oder sehen Sie das anders?
Mit freundlichen Grüßen
Monika Großmann Im Auftrag der BLIZ
Anmerkung des webmasters:
Schon wieder das "Lindener Hochhaus". Es handelt sich um einen kleinen Stadtteil mit unterschiedlichen Gebäuden im Gewerbe- und Wohnbereich!!
Geredet wird vom Gewerbebereich, der leer steht und in den bislang nichts Sichtbares investiert wurde.
Im Wohnbereich, in dem 2500 Menschen (Wähler) wohnen, wurde über 10Mill.€ investiert!
Also noch einmal: nicht das Ihmezentrum steht leer, sondern die Gewerbeflächen im IZ!
Stellungnahme der CDU Ratsfraktion zum Vorschlag Factory Outlet Center (FOC) im Ihme-Zentrum
Die CDU Ratsfraktion wertet die öffentlichen Überlegungen des Investors Frank-Michael Engel zur Revitalisierung des Ihme-Zentrums als positives Signal. Nach Aussagen des baupolitischen Sprechers und Lindener Ratsherrn Jens Seidel kann das ein Schritt in die richtige Richtung für eine Belebung des Ihme-Zentrums sein. Seidel: „ Wenn Herr Engel endlich nach vier Jahren des Taktierens, Zögerns und Planens zu einer Lösung für das Ihme-Zentrum kommt, und diese Lösung heißt FOC, dann kann und darf es nicht das Interesse der hannoverschen Politik sein, diese Lösung zu zerreden. Im Gegenteil, man sollte Herrn Engel ermutigen, Millionen in das Ihme-Zentrum zu investieren.“
Die planungsrechtlichen Vorgaben sind beim Ihme-Zentrum eindeutig. Das Planungsrecht lässt an dieser Stelle eindeutig Einzelhandel zu; um nichts anderes handelt es sich bei einem Factory Outlet Center. Es wäre fatal und schädlich, wenn sich die Stadtverwaltung und die Verantwortlichen der rot-grüner Rathausmehrheit weiter im Verhindern üben würden anstatt Vorschläge konstruktiv aufzunehmen und im Sinne der gesamten Stadt voran zu treiben.
Die juristischen Mittel würden kaum dazu dienen, ein FOC im Ihme-Zentrum zu verhindern, da das OVG Lüneburg vor einiger Zeit der alten Landesregierung Recht gab, dass eine FOC Ansiedlung in Soltau unzulässig sei. Gleichzeitig betonten die Richter in ihrem Urteil, dass ein FOC nur in einem Oberzentrum angesiedelt werden könne. Hannover stellt dieses Oberzentrum dar.
Die hannoversche und Lindener Geschäftswelt könnte von einem FOC durchaus positiv beeinflusst werden, da die Einzugsbereiche eines solchen Centers weit über die Stadtgrenzen Hannovers hinaus gehen würden. Vor allen Dingen würde ein solches Vorhaben aber eines bewirken: Der Stillstand im Bereich Gewerbeflächen würde endlich ein Ende haben und in das Ihme-Zentrum würde Leben zurück kehren.
„Letztlich darf man nicht vergessen, dass gerade die Verantwortlichen der Stadt, allen voran der Oberbürgermeister, diesen Investor gefördert haben. Nun sollten sie den eingeschlagenen Weg weiter gehen und Herrn Engel in die Pflicht nehmen, das Ihme-Zentrum tatsächlich zu revitalisieren, auch mit FOC. Andernfalls droht ein Problem, dessen Ausmaße heute noch nicht abzusehen sind,“ befürchtet Seidel.
Hannover 5.5.2004
Wo bleibt dazu die Reaktion der SPD?
siehe zu der Thematik auch die Artikel und Kommentare unter "Presse"
Wir haben Politiker vor der Kommunal-Wahl 2001 zu Ihrer Einstellung über das Ihmezentrum gefragt, jetzt werden wir ihre Handlungen mit ihren Wahlversprechen vergleichen und kritisch nachfragen!
Wir haben inzwischen auch einige Politiker nach der Kommunal-Wahl zu ihrer Einstellung zum Ihmezentrum gefragt. Dazu mehr weiter unten.
Die BLIZ fragte die OB Kandidaten
OB Herbert Schmalstieg SPD, Rita Pawelski CDU, Dr. Claudia Winterstein FDP, Silke Stokar Bündnis 90/Die Grünen, Rolf Köhne PDS
Die BLIZ fragte die Spitzenkandidaten Bezirksrat Linden-Limmer:
Barbara Knoke SPD, Jens Seidel CDU, Reinhard Tydecks Bündnis90/Die Grünen, Frank Nikoleit PDS, Friedhelm Hahn FDP, Anke Zuber AL
Die BLIZ fragte die Kandidaten der Region Wahlkreis 6:
Auch die Fraktionen aller im Rat vertretenen Parteien sowie die HAZ und die NP haben folgenden Text erhalten:
Bewohner des Ihmezentrums sind entsetzt darüber, dass eine große hannoversche Tageszeitung über den Abriss des Ihmezentrums spekulieren kann, ohne dass sich ein Politiker zu Wort meldet und sagt "so geht es nicht".
Die BLIZ Bürgerintitative Linden-Ihmezentrum (Hannovers älteste Bürgerinitiative, gegründet am 02.09.1977) fragt Sie jetzt nach Ihrer Meinung über das Ihmezentrum.
Wie stehen Sie zum Ihmezentrum, zu den Bewohnern, zur geplanten Revitalisierung? Kann und will Ihre Partei uns helfen? Oder vertreten Sie ähnliche Ansichten wie die "Neue Presse" Hannover?
Zu Ihrer Information füge ich eine Pressemitteilung der BLIZ vom 06.08.2001 an.
( Anmerkung des Webmasters: siehe dazu Brief an die NP und Pressemitteilung)
Wir werden dieses Schreiben und Ihre Antworten darauf im Internet auf unserer Homepage zur Diskussion stellen.
Mit freundlichen Grüßen
BLIZ Bürgerinitiative Linden-Ihmezentrum
im Auftrag Monika Großmann
Die Reaktionen:
14.August
2001
Dass ein Abriss des Ihmezentrums nicht ansteht, versteht sich doch von selbst.
Natürlich werden wir uns weiterhin für die Revitalisierung des Ihmezentrums
einsetzen. Auf unsere Initiative hin ist deshalb schon vor geraumer Zeit auch
vom Bezirksrat Linden-Limmer eine AG Ihmezentrum eingerichtet worden, um
ausloten zu können, welche Unterstützung von der Seite des Bezirksrates aus möglich
ist.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Tydecks
(Grüne-Bezirksratsfraktion)
14.August 2001
1. Die Presse lässt sich keine Vorschriften machen, worüber sie berichtet.
2. Sie lässt sich auch keine Vorschriften machen, wie sie berichtet.
3. Daraus folgt, dass ich den Presseartikel nicht kommentieren möchte.
4. Ob die Reaktion der Bl Ihmezentrum richtig ist, will ich ebenfalls nicht kommentieren.
5. Zumindest in dem Zitat, dass das Ihmezentrum ein Problemfall ist, muss ich dem zitierten Stadtplaner Recht geben. Ich denke dass dies sogar die Bürgerinitiative unterschreiben kann.
6. Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass der Abriss des Ihmezentrums ein Lösungsansatz zur Bewältigung der städtebaulichen Probleme sein kann.
7. Die Politik der SPD in den letzten Jahren war es, die Bewohner in ihrem zähen Ringen um eine städtebauliche Verbesserung des Ihmezentrums nachhaltig zu unterstützen.
8. Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Jüttner und der Ratsherr Ernst Barkhoff gehören zusammen mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Klaus Huneke zu den Initiatoren einer regelmäßigen Gesprächsrunde aller Beteiligten „Kommissionssitzung". Aus unserer Sicht haben diese Gesprächsrunden für nachhaltige Verbesserungen und Entwicklungen gesorgt.
9. Um für eine kurzfristige Verbesserung zu sorgen, hat die Stadtverwaltung gegen große Widerstände Räume im Ihmezentrum angemietet.
10. Auf Initiative der SPD wurde eine Vergrößerung der real-kauf-Flächen in Linden in der Davenstedter Straße verhindert, um der Vermarktung der Verkaufsflächen im Ihmezentrum überhaupt noch Chancen zu geben
11 .Ebenso wird die Neubebauung des Gilde-Geländes an seiner Verträglichkeit für das Ihmezentrum gemessen.
12. Stadt und SPD-Fraktion sind an einer städtebaulichen Aufwertung des Ihmezentrums sehr interessiert und werden weiterhin den eingeleiteten Prozess begleiten.
13. Die SPD-Bezirksratsfraktion wird in der Arbeitsgruppe des Bezirksrates zum Thema „Umgestaltung des Schwarzen Bären“ darauf hinwirken, dass auch hier keine Entscheidungen getroffen werden, die den Bestand bzw. die Zukunft des Ihmezentrums beeinträchtigen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Barbara Knoke
(Bezirksbürgermeisterin Linden-Limmer und SPD Spitzen-Kandidatin)
15.August 2001
Zunächst möchte ich der Ehrlichkeit halber darauf hinweisen, dass ich persönlich immer ein kritisches Verhältnis zum Ihmezentrum gehabt habe. Städtebaulich ist es sicherlich keine Glanzleistung. Auch die Art und Weise, wie namhafte Großbanken das Ihmezentrum in der Vergangenheit als Abschreibungsobjekt behandelt haben und wie die Stadt Hannover dies hat geschehen lassen, ist ein skandalöses Beispiel für die Verantwortungslosigkeit von politischen Entscheidungsträgern. Die Forderung nach einer demokratischen Kontrolle von Bankenmacht gehört aus gutem Grund zu den Essentials von PDS-Politik.
Um auf den Anlass Ihres Schreibens zu kommen: Obwohl der Zustand des Ihmezentrums sich in den letzten Jahren sichtbar verschlechtert hat, ist die in dem von Ihnen zitierten Presseartikel erhobene Forderung nach einem Abriss aus Sicht der PDS vollkommen abwegig. Die von der BLIZ in ihrer Pressemitteilung vom 6.8. genannten Tatsachen erübrigen eine weitere Kommentierung dieser unqualifizierten Art von Journalismus.
Vordringlich erscheint mir, dass endlich gehandelt wird, anstatt immer nur über das Ihmezentrum zu reden. Dabei sollte es aber nicht nur um die dringend notwenigen Sanierungsarbeiten gehen, sondern vor allem auch um die Frage, wie das Ihmezentrum als ein Ort des Wohnens, Einkaufens und Lebens neu zu gestalten ist. Nicht zuletzt gilt es dabei auch die An- und Einbindung in den umliegenden Stadtteil zu verbessern
Das vorliegende Revitalisierungskonzept für das Ihmezentrums entspricht sicherlich diesen Zielen und im Interesse seiner BewohnerInnen und NutzerInnen ist zu hoffen, dass es erfolgreich umgesetzt wird. Ich will allerdings nicht verhehlen, dass es in der Frage, ob dieses Konzept tatsächlich realistisch im Hinblick auf die praktische Umsetzungsmöglichkeit ist, in meiner Partei Skepsis gibt.
Mit freundlichen Grüßen
Rolf Köhne (PDS)
20.August 2001
Da
ich im Urlaub war, melde ich mich erst heute.
Wie Sie wissen, bin ich Mitbegründerin der BI"Linden-Gilde". Im
Rahmen
unserer Aktivitäten und Pressegesprächen habe ich oftmals auf das
Ihme-Zentrum mit seinem "herben Charme" hingewiesen. Für mich persönlich
gehört das Ihme-Zentrum zum Stadtbild von Linden.
Wir sind uns sicherlich einig darüber, dass das Ihme-Zentrum wieder belebt
werden muß. Ich weiß, dass die Bliz Bürgerinitiative schon längere Zeit
Gespräche mit Herrn Engel führt, um die Revitalisierung des Ihme-Zentrums
mit zu planen und zu gestalten. Um Ihnen Unterstützung im Rahmen unserer
Möglichkeiten geben zu Können, würden wir uns über weitere Informationen
sehr freuen.
Die Äußerungen in der Presse am 25.07.01 halte ich für völlig überflüssig
und
überzogen.
Es gibt offenbar Betrachter des Ihme-Zentrums, die draußen stehen und das
Innenleben mit den vielen BewohnerInnen, Firmen und Gruppierungen nicht
kennen.
Lassen Sie sich nicht verunsichern von unqualifizierten Äußerungen Dritter.
Mit freundl. Gruß Anke Zuber (AL)
25.August 2001
Das
Ihmezentrum ist ein Teil unseres Stadtteils.
Ich werde mich weiterhin für die Bewohner, Eigentümer und Händler und deren
Probleme einsetzen. Wo ich helfen kann, werde ich es tun.
Ich
werde die Bemühungen zur Revitalisierung unterstützen und begleiten. Das
heißt, auch auf dem Gilde-Gelände darf kein Einzelhandel zugelassen werden.
Ich bin überhaupt nicht der Meinung der NP.
Mit
freundlichen Grüßen
Gabriele Steingrube
Spitzenkandidatin der CDU im Wahlbereich 6 der Region
27. August 2001
Einseitige Negativpropaganda, wie in dem von Ihnen zitierten Presseartikel, lehne ich ab. Damit werden Probleme eher aufgebaut als abgebaut. Die Argumente haben Sie ja bereits genannt, ich brauche sie nicht zu wiederholen.
Das Ihmezentrum ist in den sechziger Jahren gebaut worden, dies spiegelt sich auch in der Optik wieder. Heute würden wir mit Sicherheit anders bauen. Aber, das ändert nichts daran, daß wir uns mit dem Ihmezentrum und mit seinen Problemen in der gegebenen Form beschäftigen müssen. Immerhin geht es um zahlreiche Menschen.
Ich stelle mir vor, daß wir verstärkt private Investoren anwerben, die durch eine sensible Modernisierung des Zentrums der eigentlich attraktiven Wohnlage Rechnung tragen. In diesem Kontext ist insbesondere auch das alte Brauereigelände zu nennen, das meines Erachtens auf keinen Fall bebaut, sondern in ein Naherholungsgebiet umgewandelt werden sollte. Durch diese Pläne würde das Ihmezentrum zum alten Stadtteil Linden geöffnet und harmonisch eingebettet und überdies ein Verbund mit der benachbarten Calenberger Neustadt erreicht.
Ich bin keine Architektin, daher will und kann ich keine detaillierten Veränderungsvorschläge vorlegen. Ich möchte abschließend jedoch noch einmal einen Aspekt betonen, der mir besonders am Herzen liegt. Einen Abriß werde ich nicht unterstützen, statt dessen strebe ich eine Verbesserung des status quo an. Vorrang haben jedoch in jedem Fall die Interessen der Menschen, die im Ihmezentrum ihre Heimat gefunden haben.
Für weitergehende Fragen, Anregungen etc. stehe ich gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Rita Pawelski
OB Kandidatin der CDU
2. September 2001
die Welt ist nicht nur voller Feinde!
Ich habe mich über Ihre Fragen geärgert. Sie unterstellen damit der SPD,
das Sie den Bestand des Ihmezentrums in frage stellt.
Die Fragen sollten Sie vielleicht einmal H. Engel stellen, auf dessen
Konzept zur Revitalisierung des Ihmezentrums wir noch heute warten.
Mit freundlichen Grüßen
Rolf Euler (Spitzenkandidat der SPD im Wahlbereich 6 der Region)
4. September 2001
ich
stimme Ihnen völlig zu. So eine Spekulation über den Abriss von
Wohnungen ist keine seriöse Berichterstattung.
In der Sache bin ich der Meinung, dass ein Ihmezentrum - würde es heute
geplant - sicherlich anders aussehen würde. Aber nun ist es einmal da und
man ist gut beraten, alle Revitalisierungsansätze positiv zu begleiten und
nicht zu zerreden. Ich bin deshalb froh, dass ein privater Investor ein
Konzept für diesen Prozess entwickelt. Sehr sorgfältig muss hierbei auf die
Interessen und die Mitwirkung der Wohnungseigentümer geachtet werden, denn
diese waren und sind ein wesentliches Rückgrat für die dauerhafte Nutzung
des Ihmezentrums. Im übrigen scheint mir eine attraktive Aufwertung des
Küchengartenbereiches als wichtiger Zugang zum Ihmezentrum dringend
erforderlich.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Claudia Winterstein
OB
Kandidatin der FDP
6. September 2001
Die Stadt ist seit längerem darum bemüht, aktiv eine Revitalisierung des Ihmezentrums zu unterstützen, selbstverständlich kommt für mich ein Abriss nicht in Frage!
In der Zeit, in der wegen divergierender Eigentümerinteressen die notwendige Modernisierung blockiert war, habe ich mich bemüht, einen Ausgleich herbeizuführen.
Nachdem Herr Engel den größeren Teil der gewerblichen Flächen erworben hat, haben wir die Planung mit ihm abgestimmt, die jetzt Grundlage seiner Vermarktungsbemühungen ist. Für das Umfeld (Küchengartenplatz, Schwarzer Bär, Brauereigelände) sind wir aktiv damit befasst, Lösungen zu finden, von denen durch eine Aufwertung dieser Bereiche auch das lhmezentrum profitiert. Erstes sichtbares Zeichen wird die Instandsetzung und Modernisierung der Fußgängerbrücke über den Küchengarten ins Ihmezentrum sein, die in ca. 2 Wochen begonnen wird.
Aus alledem wird sicherlich ausreichend deutlich, dass unser Ziel nicht der Abbruch des Ihmezentrums ist, sondern dass die Stadt daran arbeitet, für Ihre Wohnungen eine Umgebung zu schaffen, in der Sie sich dauerhaft wohl fühlen können.
Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg
Wir haben inzwischen auch einige Politiker nach der Kommunal-Wahl zu ihrer Einstellung zum Ihmezentrum gefragt:
Christine Kastning SPD - Ratsmitglied
Als SPD in Linden-Limmer werden wir weiterhin
das Geschehen um das Ihmezentrum
begleiten und für Sie ansprechbar sein.
Barbara Knoke SPD, bisherige und wohl auch zukünftige Bezirksbürgermeisterin Linden-Limmer zur Arbeitsgruppe Ihmezentrum, die am 14.10.98 vom Bezirksrat Linden-Limmer eingesetzt wurde.
Stand 09.07.2010